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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Das knochenverankerte Hörgerät (BAHA) bei Kindern mit einseitiger Schallleitungsschwerhörigkeit

Meeting Abstract

  • corresponding author Simon Glaser - Univ. HNO-Klinik Heidelberg, Deutschland
  • Arash Choudhry - Univ. HNO-Klinik Heidelberg, Deutschland
  • Philipp Federspil - Univ. HNO-Klinik Heidelberg, Deutschland
  • P. K. Plinkert - Univ. HNO-Klinik Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod293

DOI: 10.3205/10hnod293, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod2936

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Glaser et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das BAHA Hörsystem ist eine etablierte Möglichkeit zur Hörgeräteversorgung bei beidseitiger Schallleitungsschwerhörigkeit. Während es sich zunehmend auch bei Erwachsenen mit einseitiger Schallleitungsschwerhörigkeit durchsetzt, ist die unilaterale Implantation bei Kindern noch die Ausnahme.

Mit dieser Untersuchung soll überprüft werden, ob Kinder mit einer einseitigen Schallleitungsschwerhörigkeit ebenfalls von einer Implantation profitieren.

Methoden: Insgesamt wurden im Zeitraum von 1989 bis 2008 337 Patienten mit Titanimplantaten versorgt. Darunter befanden sich 35 Kinder im Alter von unter 16 Jahren. 20 Kinder wurden beidseitig und 15 Kinder wurden unilateral mit BAHA Systemen versorgt. Bei acht der 15 einseitig versorgten Kinder lag kontralateral Normakusis vor.

Ergebnisse: Das Alter der Kinder zum Zeitpunkt der Implantation nahm im Beobachtungszeitraum ab. Zuletzt konnten auch Dreijährige unilateral mit einem BAHA System erfolgreich versorgt. Bei allen acht Kindern lagen einseitige Fehlbildungen vor. Die Kinder zeigten eine sehr hohe Akzeptanz des knochenverankerten Hörgerätes. Lediglich ein Kind verlangte nach 4-jähriger Nutzung die Entfernung in der Pubertät. Alle anderen tragen das knochenverankerte Hörgerät täglich.

Schlussfolgerungen: Einseitige Schallleitungsschwerhörigkeiten können auch bei Kindern mit einem knochenverankertem Hörgerät sinnvoll versorgt werden. Eine ausführliche Beratung und ein Trageversuch am Softband werden zur Auswahl der geeigneten Kinder vor der Implantation empfohlen.