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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Neuroanatomische Korrelate der zentralen Verarbeitung des Tinnitus

Meeting Abstract

  • corresponding author Wolfgang Delb - HNO-Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Daniel Wiebelt - HNO-Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Christine Lux-Wellenhof - HNO-Klinik, Mannheim, Deutschland
  • Christoph Krick - Neuroradiologie Homburg/Saar, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod271

DOI: 10.3205/10hnod271, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod2719

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Delb et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Ziel der vorliegenden funktionell kernspintomographischen Untersuchung war die Darstellung möglicher Hirnareale die spezifisch für die Verarbeitung des individuell beim Patienten vorliegen Tinnitus sind und Unterschiede zwischen hoch und niedrig belasteten Patienten zeigen.

Methodik: Bei 35 Tinnituspatienten und 26 Kontrollpatienten ohne Tinnitus wurde eine funktionelle Kernspintomographie (EPI mosaic Sequenz, 3mm Schichtdicke,TR = 3.05 sec, TE 60 msec, 36 Schichten) durchgeführt während die Patienten ihrem eigenen analog der Methode von Norena rekonstruierten Tinnitus exponiert wurden.

Weiterhin erfolgte eine Stimulation mit einem 1 1/2 Oktaven tieferen Vergleichston sowie einem Vogelgezwitscher und Stille als Vergleichskondition.

Ergebnisse: Die Analyse der Daten zeigte signifikant unterschiedliche Erregungsmuster beim Vergleich der Stimulation mit dem rekonstruierten Tinnituston und dem Vergleichston. Betrachtet man das Aktivitätmuster das sich bei der Subtraktiuon der Anregung mit dem Vergleichston und der Anregung mit dem Tinnituston ergibt, und korreliert dies mit dem Ergebnis des Tinnitusfragebogen nach Goebel und Hiller, so zeigen sich signifikante Korrelationen im Bereich des medialen frontalen Gyrus und des anterioren gyrus cinguli. Beide Strukturen sind bei der Verarbeitung aversiver Reize beteiligt.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der voriegenden Studie konnte erstmals klar definierte Hirnareale identifizieren, die an der spezifischen Verarbeitung des Tinnitussignals sowie bei der Entstehung einer hohen Tinnitusbelastung offensichtlich eine wichtige Rolle spielen.