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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Solitäres extramedulläres Plasmozytom der Nasenhaupthöhle

Meeting Abstract

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  • corresponding author Tobias Johannes Kupfer - Univ.-HNO-Klinik Freiburg, Deutschland
  • Jens Pfeiffer - Univ.-HNO-Klinik Freiburg, Deutschland
  • Christian Offergeld - Univ.-HNO-Klinik Freiburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod178

DOI: 10.3205/10hnod178, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod1783

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Kupfer et al.
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Gliederung

Text

Maligne Plasmazelltumoren (Plasmozytome) können lokalisiert oder als disseminierte Form (multiples Myelom) auftreten, wobei solitäre extramedulläre Plasmozytome der Kopf- und Halsregion eine Rarität darstellen. Wir zeigen den Fall einer 84-jährigen Frau, die über seit einem Jahr bestehende Nasenatmungsbehinderung, aufgrund eines 2,2 x 1,3 cm großen polypösen fleischigen Tumors in der linken Nasenhaupthöhle, klagte. In der MRT reicherte der Tumor stark Kontrastmittel an und dehnte sich von der unteren Nasenmuschel bis zum Septum aus. In der histopathologischen Aufarbeitung konnte die Diagnose eines extramedullären Plasmozytoms gestellt werden. Eine Dissemination konnte mittels Halssonographie, Labor und Skelettröntgen ausgeschlossen werden. Statt der anfänglich favorisierten radikalen Resektion wurde bei erhöhtem Narkoserisiko eine Strahlentherapie durchgeführt (Gesamtdosis 50 Gy), da in verschiedenen Publikationen beide Therapieformen als gleichwertig eingestuft wurden. Allerdings war nach der Bestrahlung nur eine geringe Größenregredienz des Tumors zu verzeichnen bei weiterhin bestehender Beschwerdesymptomatik, so dass dennoch eine chirurgische Therapie nötig wurde.

Schlussfolgerung: Die seltenen solitären extramedullären Plasmozytome sind eine wichtige Differentialdiagnose von Kopf/Halstumoren. Das therapeutische Konzept ist genau abzuwägen, wobei wir, soweit möglich, ein radikal chirurgisches Vorgehen einer Bestrahlung vorziehen. Weiterhin ist eine längerfristige onkologische Nachsorge der Patienten essentiell, da Lokalrezidive sowie eine Dissemination auch sehr spät auftreten können.