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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Jenaer Erfahrungen mit der Therapie des Zenkerschen Divertikels – Was kann verbessert werden?

Meeting Abstract

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  • corresponding author Sven Koscielny - HNO-Klinik Jena, Deutschland
  • Claudia Löffler - HNO-Klinik Jena, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod040

DOI: 10.3205/10hnod040, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod0400

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Koscielny et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Therapie des Zenker Divertikels (ZD) besteht in offen chirurgischen und endoskopischen Verfahren. Zum Vergleich werden Komplikationsrate und Hospitalisationssdauer herangezogen. Der postoperative Einsatz einer Magensonde ist ein kontrovers diskutiertes Thema nach ZD-Therapie.

Material und Methoden: Es erfolgte eine retrospektive Analyse von 65 Patienten mit ZD, die von 1977 bis 2008 an der HNO-Klinik Jena therapiert wurden.

Ergebnisse: Die 65 Patienten gliederten sich in 22 offen und 43 endoskopisch Therapierte.

Die postoperativen Komplikationen waren auschließlich leicht und konservativ therapierbar (Fieberanstieg, geringes Halsemphysem, Schmerzen). Lebensbedrohliche Komplikationen, Mediastinits, Rekurrenslaehmungen oder Fisteln wurden nicht beobachtet. Die Komplikationsrate betrug für das transzervikale Verfahren 5% (1 Patient mit Fieber und längerfristigen Schluckproblemen). Nach endoskopischer Operation wurden solche Probleme nicht beobachtet. Allerdings wiesen 12/43 Patienten einen kurzzeitigen Fieberanstieg am 1. postoperativen Tag auf, ohne dass zu weiteren Problemen kam.

Die Hospitalisationsdauer war nach transzervikaler Therapie 3 Tage länger als nach endoskopischen Verfahren. Der postoperative Einsatz einer Ernährungssonde korrelierte mit einer erhöhten Komplikationsrate und Dyskomfort für die Patienten.

Schlussfolgerungen: Aufgrund verkürzter Hospitalisationsdauer und marginalen postoperativen Komplikationen ist die CO2-Laser-Myotomie dem transzervikalen Verfahren heute die Standardtherapie. Geringgradige Komplikationen können konservativ therapiert werden. Eine nasogastrale Sonde sollte so kurz wie möglich, d.h. max. 24 h verbleiben, um die Komplikationsrate zu vermindern und die Patiententoleranz zu erhöhen.