gms | German Medical Science

80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Chirurgie der Akustikusneurinome – Einfluss von Zugangsweg und Ursprungsnerv auf die Hör- und Fazialisfunktion

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author Hendrik Borgmann - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Minoo Lenarz - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Thomas Lenarz - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod603

DOI: 10.3205/09hnod603, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod6036

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Borgmann et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Bei Operationen von Akustikusneurinomen beeinflusst der chirurgische Zugangsweg die postoperative Hör- und Fazialisfunktion. Darüberhinaus wird ein Zusammenhang zwischen Hörerhaltung und dem Ursprungsnerv angenommen.

Methoden: Vorgestellt werden die Resultate von 202 Patienten, die zwischen 2000 und 2007 an einem Akustikusneurinom operiert wurden. Die Datenanalyse berücksichtigt den chirurgischen Zugangsweg, den Ursprungsnerv, die Tumorgröße, die Fazialisfunktion sowie die Ergebnisse der Audiometrie, der Posturographie und der kalorischen Vestibularisprüfung.

Ergebnisse: Zwei Jahre postoperativ zeigten 87% der translabyrinthin, 85% der transtemporal und 76% der suboccipital operierten Patienten eine Fazialisfunktion gemäß House-Brackmann Klasse 1 bis 3. Bei hörerhaltenden Operationen nach der 50:50-Regel war der transtemporale Zugang bei 65% und der suboccipitale Zugang bei 24% der Patienten erfolgreich. Tumore vom Nervus vestibularis superior zeigten bessere Resultate bezüglich der Hörerhaltung (67%) als Neurinome vom inferioren Ast (53%). Für die präoperative Bestimmung des Ursprungsnerven eigneten sich die kalorische Vestibularisprüfung (Vorhersagewahrscheinlichkeit 80%) und die Posturographie (Vorhersagewahrscheinlichkeit 67%).

Schlussfolgerungen: Bei Operationen ohne Chance auf Hörerhaltung zeigt der translabyrinthine Zugang die besten Resultate bezüglich der Fazialisfunktion. Bei hörerhaltenden Eingriffen ist der transtemporale dem suboccipitalen Zugangsweg überlegen. Neurinome mit Ursprung vom Nervus vestibularis superior haben eine größere Chance auf Hörerhaltung als Tumore vom Nervus vestibularis inferior und können präoperativ durch die kalorische Vestibularisprüfung und die Posturographie identifiziert werden.