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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Einfluss des frühen Gaumenspaltenverschlusses auf das Hörvermögen von Kleinkindern

Meeting Abstract

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  • corresponding author Wilma Harnisch - Univ.-HNO-Klinik Würzburg, Würzburg
  • Ines Trautmann - Univ.-HNO-Klinik Würzburg, Würzburg
  • Sibylle Brosch - Sektion Phoniatrie u. Pädaudiologie, Univ.-HNO-Klinik, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod494

DOI: 10.3205/09hnod494, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod4947

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Harnisch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Kinder mit Spaltbildungen des harten oder weichen Gaumens leiden häufig unter einer chronischer Otitis media mit Paukenergüssen und Tubendysfunktion, daraus resultierend kommt es oft zu Sprachentwicklungsverzögerungen.

Methoden: Die Hörentwicklung von 104 Kindern wurde über einen Zeitraum von 3 Jahren mit Hilfe von Hirnstamm- und wenn möglich Tonaudiometrie nachbeochbachtet. Bei 43,3% der Kinder war der Spaltverschluss innerhalb der ersten 6 Lebensmonate, bei 48,1% zwischen 7. und 12. Lebensmonat und bei 8,7% nach dem ersten Lebensjahr erfolgt. 54% der Kinder litten unter einem zusätzlichen Handicap, bei einem Großteil (41%) lag eine Pierre-Robin-Sequenz vor. Untersucht wurde der Einfluss von Spalttyp und Zeitpunkt des Spaltverschlusses auf das postoperative Hörvermögen.

Ergebnisse: Durch den Spaltverschluss kam es zu einer signifikanten Verbesserung der Hörschwelle. Weder Spalttyp noch Zeitpunkt des Spaltverschlusses hatten statistisch Einfluss auf das postoperative Hörvermögen und das Ausmaß der durch die Operation erreichten Hörverbesserung. Die Ergebnisse waren ebenfalls unabhängig davon, ob gleichzeitig mit dem Verschluss eine Paracentese oder Paukendrainage erfolgt war. Bei nahezu allen Kindern konnte 6–12 Monate postoperativ eine suffiziente Tubenfunktion beobachtet werden.

Schlussfolgerungen: Ein früher Gaumenspaltverschluss (und das daraus resultierende physiologische Schluckmuster) im ersten Lebensjahr wirkt sich positiv auf die Tubenfunktion aus. Jedoch bot der sehr frühe Spaltverschluss (in den ersten 6 Lebensmonaten) keine wesentlichen Vorteile und sollte wegen des hohen Risikos der Restperforationen mit erneutem Operationsbedarf speziellen Indikationen vorbehalten bleiben.