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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Nachblutungen nach Tonsillektomie – Ergebnisse einer retrospektiven Analyse von 490 Patienten

Meeting Abstract

  • corresponding author Stephanie Sarny - MUG, Klin. Abteilung Allg. HNO, Österreich, Graz, Österreich
  • Walter Habermann - MUG, Klin. Abteilung Allg. HNO, Österreich, Graz, Österreich
  • Christoph Schmid - MUG, Klin. Abteilung Allg. HNO, Österreich, Graz, Österreich
  • Guenther Ossimitz - Universität Klagenfurt, Klagenfurt, Österreich
  • Heinz Stammberger - MUG, Klin. Abteilung Allg. HNO, Österreich, Graz, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod481

DOI: 10.3205/09hnod481, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod4815

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Sarny et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Tonsillektomie zählt zu den häufigsten Operationen in der Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie. Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob die stationäre Wiederaufnahme die tatsächliche Nachblutungsrate widerspiegelt.

Methode: 695 Patienten wurden retrospektiv mittels Fragebogen kontaktiert. Bei Ihnen wurde im Zeitraum von Jänner 2007 bis Juni 2008 eine Tonsillektomie mit/ohne Adenoidektomie oder eine Tonsillotomie an unserer Klinik durchgeführt. Erhoben wurden u. a. präoperativ aufgetretene Tonsillitiden, Operationsgrund und -technik, postoperativer Schmerzverlauf und Nachblutungsrate. Als Nachblutung wurde jedes Nachblutungsereignis nach der Extubation definiert, auch wenn keine neuerliche operative Versorgung erforderlich wurde.

Ergebnisse: 407 Patienten beantworteten den Fragebogen (58,6%). Darunter befanden sich 251 (62%) Erwachsene und 156 (38%) Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre. 100 Patienten (25%) berichteten über Nachblutungen. Bei 21 von 100 Patienten wurde die Nachblutung nicht an unserer Klinik versorgt. 9 Patienten suchten keinen Arzt auf, 5 wurden von niedergelassenen HNO-Ärzten und Ärztinnen und 7 in anderen Krankenhäusern betreut. Aus der bloßen Durchsicht der Krankenhausakte wurde eine Nachblutungsrate von 17,1% erhoben. Eine operative Versorgung war letztlich bei 4,7% (19 Patienten) erforderlich.

Schlussfolgerung: Die in dieser Studie verwendeten strengen Kriterien für ein Nachblutungsereignis erklären die im Vergleich zur Literatur hohe Nachblutungsrate von 25%. Einer üblichen Patientendokumentation wären in unserem Fall 7,9% der Nachblutungen entgangen. Die Nachblutungshäufigkeit hängt somit von der Definition des Begriffes „Nachblutung“ und der Methodik der Erhebung ab.