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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Einfluss einer cutanen elektrischen Stimulation des Mundbodens auf den prämotorischen Cortex im Rahmen einer Dysphagietherapie

Meeting Abstract

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  • corresponding author Katja Brinschwitz - Unfallkrankenhaus Berlin HNO, Berlin
  • Simone Mütz - Unfallkrankenhaus, Berlin
  • Rainer 0. Seidl - Unfallkrankenhaus, Berlin
  • Arne Ernst - Unfallkrankenhaus, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod409

DOI: 10.3205/09hnod409, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod4099

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Brinschwitz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Verfahren mit einer elektrischen Stimulation rücken zunehmend in den Fokus von Dysphagietherapien. Die Wirkungsmechanismen einer pharyngealen elektrischen Stimulation konnte inzwischen durch ein transkranielles Stimulationsverfahren nachgewiesen werden. Vergleichbare Untersuchungen für eine cutane Stimulation des Mundbodens liegen noch nicht vor, obwohl bereits Geräte vorhanden sind.

Methoden und Materialien: In einer prospektiven Studie wurden 20 gesunde Probanden untersucht. Ausgewertet wurden die Änderungen der in einem cutanen EMG des vorderen Mundbodens gemessenen Amplituden und Latenzen nach einer transkraniellen Magnetstimulation. Geprüft wurden die Änderungen des Motorkortex nach Kauen (5 min Kaugummi) und zweier elektrischen Stimulationen (90 Hz, 10 min, Vital-Stim®; 5 Hz, 5 Min, Hasomed).

Ergebnisse: Eine signifikante Änderung im motorischen Kortex fand sich bei den Amplituden im rechten prämotorischen Kortex nach Kauen von Kaugummi. Die Änderungen der Latenzen waren in allen Fällen nicht signifikant. Nach beiden elektrischen Stimulationen kam es zu einem Abfall der Amplituden und einem Anstieg der Latenzen. Diese Änderungen waren nicht signifikant.

Diskussion: Ziel einer cutanen elektrischen Stimulation im Bereich des vorderen Mundbodens soll eine Vorbereitung oder Änderung des oralen Schluckvorgangs sein. Die Untersuchungen bestätigen eine Dominanz der rechten Hemisphäre. Durch Kauen kann eine signifikante Änderung der Amplituden, die mit einer Vergrößerung des motorischen Kortex einher geht, beobachtet werden. Durch eine elektrische Stimulation am Mundboden wird eine Inhibition der motorischen Areale erreicht. Die geprüfte elektrische Stimulation ist somit für eine Schlucktherapie ungeeignet.