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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Prädiktiver Wert der präoperativen Tubenfunktionsprüfung für das Auftreten einer Rezidivperforation nach Tympanoplastik Typ I

Meeting Abstract

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Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod279

DOI: 10.3205/09hnod279, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod2796

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Pfannenschmidt et al.
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Die Tubenfunktionsstörung wird für die Entstehung einer chronischen Otitis media (COM) als prädisponierender Faktor angesehen. Weitere bekannte Risikofaktoren für das Auftreten von Rezidiven sind die Art des zum Verschluß verwendeten Gewebes, Sorgfalt und Erfahrung des Operateurs. Die Häufigkeit der Rezidivperforation nach Tympanoplastik Typ I mit Temporalisfaszie wird mit 15–28% angegeben. Der prädiktive Wert der Tubenmanometrie für das operative Ergebnis wird kontrovers diskutiert.

Die vorliegende Auswertung erfolgte mit der Frage, ob eine Korrelation zwischen den Ergebnissen der präoperativen diagnostischen Tubenfunktionsprüfung und der Rezidivperforationsrate besteht.

Dafür wurden Tubenfunktionsprüfungen von 158 Patienten mit einer COM ausgewertet, die in den Jahren 1997–2008 operiert wurden.

Die Messergebnisse wurden einer von sechs Gruppen zu (1= sowohl aktiv als auch passiv mögliche Tubenöffnung bis zu 6= weder aktiv noch passiv mögliche Tubensprengung) zugeordnet und mit dem Operationsergebnis verglichen.

Eine Tubenfunktionsstörung wurde präoperativ bei 57/158 (43,5%) Patienten gemessen. Nur 9 (36%) der insgesamt 25 Patienten mit Rezidiv zeigten präoperativ und nach Rezidivauftreten nur 11/25 (44%) Patienten eine messbare Tubenfunktionsstörung.

Die Auswertung der Daten anhand der präoperativen Tubenfunktionsmessung lässt insgesamt keine prädiktive Aussage bezüglich des OP-Ergebnisses zu. Auch Perforationsgröße oder -lokalisation sowie Erfahrung des Operateurs haben keinen Einfluss auf die Rezidivwahrscheinlichkeit gezeigt.

Der prädiktive Wert der Tubenfunktionsprüfung für das operative Ergebnis ist weiterhin nicht geklärt, da sie nur eine Momentaufnahme des Tubenzustands darstellt und kein geeignetes klinisches Verfahren für eine Langzeitmessung ist.