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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Ist die probatorische Abdeckung des ovalen und des runden Fensters bei plötzlicher einseitiger Ertaubung erfolgversprechend?

Meeting Abstract

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  • corresponding author Malte Kollert - HNO Klinikum Fulda, Fulda
  • Konrad Schwager - HNO-Klinikum Fulda, Fulda

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod261

DOI: 10.3205/09hnod261, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod2614

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Kollert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei plötzlicher einseitiger Ertaubung wird häufig keine erkennbare Ursache gefunden. In diesen Fällen stellt sich bei ausbleibender Besserung auf konservative Therapie die Frage nach der Wertigkeit der operativen Behandlung, d.h. Abdichtung der runden und der ovalen Nische.

Methoden: Von 2004 bis 2008 wurden bei 14 Patienten im Alter von 11 bis 81 Jahren (Median 58 Jahre) nach plötzlicher, unklarer, einseitiger Ertaubung ohne Besserung auf mindestens 3 Tage vasoaktiver Infusionstherapie eine Tympanoskopie mit probatorischer Abdeckung von runder und ovaler Nische durchgeführt.

Ergebnisse: Bei keinem der Patienten konnte intraoperativ eine Labyrinthfistel des runden oder des ovalen Fensters nachgewiesen werden. Bei allen Patienten wurden dennoch probatorisch beide Fenster abgedeckt. Postoperative blieben 7 Patienten taub, bei 7 Patienten besserte sich das Tonhörvermögen im Hauptsprachbereich auf durchschnittlich 80 dB Hörverlust, bei einem Patienten bis auf 60 dB Hörverlust.

Schlussfolgerung: Wir bieten Patienten mit plötzlicher einseitiger Ertaubung auch ohne Anamnese, die auf eine Rundfenstermembranruptur hinweist, als ultima ratio weiterhin die Tympanoskopie an. Auch wenn sich keine Labyrinthfistel findet, werden beide Fenster abgedeckt.