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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Impedanzpharyngographie zur Regelung eines Dysphagieimplantats

Meeting Abstract

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  • corresponding author Rainer O. Seidl - Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin
  • Holger Nahrstaedt - Fachgebiet Regelungssysteme, Technische Universität Berlin, Berlin
  • Thomas Schauer - Fachgebiet Regelungssysteme, Technische Universität Berlin, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod232

DOI: 10.3205/09hnod232, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod2329

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Seidl et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Schlucken ist ein komplexer Vorgang, dessen Ablauf und Ergebnis nicht ohne erheblichen technischen Aufwand zu bewerten ist. Für die Regelung von Dysphagieimplantaten sind Messverfahren notwendig, die mit einem begrenzten Aufwand eine zuverlässige Aussage über die Qualität des Schluckvorgangs ermöglichen. In einer Studie wurde dazu ein modifiziertes Bioimpedanzmessverfahren entwickelt und geprüft.

Methoden: Die Messung der Bioimpedanz erfolgte durch die 4-Elektrodenmethode. Über zwei Stromelektroden wurde ein sinusförmiger Strom (50 kHz) äußerlich eingeprägt. Die Änderung der Impedanz während des Schluckens wurde durch stromlose Spannungsmessung über zwei Messelektroden erfasst. Ausgewertet wurde der absolute Betrag der Bioimpedanzänderung. Die Reliabilität wurde anhand vergleichender Untersuchungen von Impedanzpharyngographie und Videofluoroskopie geprüft.

Ergebnisse: Die in der Videofluoroskopie sichtbaren Ereignisse sowie die Bewegung von Larynx und Hyoid wurden quantifiziert. Die Änderungen der Bioimpedanz korrelierten mit den quantifizierten Größen. Das vorgestellte Messverfahren kann für die Regelung von Schluckimplantaten bei Dysphagiepatienten genutzt werden.

Schlussfolgerung: Bisherige Untersuchungen zeigen, dass mit einer intramuskulären Stimulation der prälaryngealen Muskulatur eine Änderung des Schluckvorgangs bei Dysphagien möglich ist. Derzeit erfolgt die Triggerung der Elektrostimulation mittels eines externen Schalters oder durch EMG-Ableitungen. Durch Einsatz der entwickelten Messmethode kann nun ein Regelungsverfahren realisiert werden, bei dem Umfang, Geschwindigkeit und Ergebnis des Schluckvorgangs durch Anpassung der Stimulation gezielt beeinflusst werden können.