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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Noduläre Fasciitis des Larynx – wichtige Differentialdiagnose bei rezidivierenden Stimmlippenpolypen

Meeting Abstract

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  • corresponding author Julie Nienstedt - HNO-Uni Freiburg, Freiburg
  • Joachim Böhm - Abt. Allg. Pathologie, Freiburg
  • Erwin Löhle - Phoniatrie/HNO-Heilkunde, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod221

DOI: 10.3205/09hnod221, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod2212

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Nienstedt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die erstmals 1955 von Konwaler et al. beschriebene noduläre Fasciitis (= Fasciitis nodularis pseudosarcomatosa) ist eine benigne fibroblastische Proliferation, die histologisch erhebliche Ähnlichkeiten zu den Sarkomen aufweist. Sie kann prinzipiell in allen Geweben auftreten, stellt im Larynx aber eine Rarität dar und ist hier differntialdiagnostisch von den Larynxgranulomen abzugrenzen.

Material: Es wird der Fall eines Patienten dargestellt, bei dem nach mehrfacher Abtragung von rezidivierenden Stimmlippenpolypen, in der dritten Exzisionsbiopsie histopathologisch eine noduläre Fasciitis diagnostiziert wurde.

Ergebnisse: Seit 1999 wurden bei dem 52-jährigen Patienten innerhalb kürzester Zeit rezidivierende Granulationsgewebspolypen der rechten Stimmlippe mikrolaryngoskopisch abgetragen. Lupenlaryngoskopisch fielen diese durch ihr breitbasiges Wachstum mit Infiltration der vorderen Kommissur auf. 14 Monate nach der ersten Operation wurde in der Histologie des dritten Exzidats die Diagnose „Noduläre Fasciitis“ gestellt. Nach 8 Jahren Rezidivfreiheit fiel in der Kontrolluntersuchung erneut eine Verdickung der gesamten rechten Stimmlippe auf, welche sich nach Exzision histologisch als fibrös-epithelialer Polyp und Narbengewebe ohne Nachweis einer Nodulären Fasciitis darstellte.

Schlussfolgerungen: Trotz des seltenen Auftretens im Larynx sollte bei rezidivierenden, makroskopisch nicht eindeutig als benigne zu klassifizierenden Stimmlippenpolypen oder -granulomen auch die noduläre Fasciitis differentialdiagnostisch in Erwägung gezogen werden. Therapeutisch relevant ist, dass trotz Fehlen einer Tumorkapsel die noduläre Fasciitis nicht maligne ist und selbst bei inkompletter Exzision in weniger als 2% zu Rezidiven führt.