gms | German Medical Science

80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Stellenwert der Elektrophysiologie in der Differentialdiagnose des Stimmbandstillstandes

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod219

DOI: 10.3205/09hnod219, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod2190

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Müller.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Nicht jeder Stimmbandstillstand ist durch eine Rekurrensparese bedingt. Der Umfang der Umfelddiagnostik (Thorax-CT, Hals-MRT, Schädelbasis-CT, Pandendoskopie) kann bei Kenntnis der genauen Immobilitätsursache sinnvoll reduziert werden.

An Hand von drei Fallbeispielen wird gezeigt, wie mit Hilfe einer transkutan eingebrachten Nadel-EMG-Elektrode und Nutzung eines Standard-EMG-Gerätes mit Stimulationsmöglichkeit zwischen einer Vagusparese, einer Rekurrensparese und einer nicht-neurogenen Stimmbandmotilitätsstörung (z.B. durch Tumorinfiltration) unterschieden werden kann.

Dementsprechend konzentrierte sich im ersten Fall die Umfelddiagnostik auf die Schädelbasis und den Hals, im zweiten auf Thorax und Hals und im dritten Fall auf die Endoskopie und Biopsie. An unserer Klinik haben wir seit September 2007 routinemäßig diese elektrophysiologische Diagnostik des Larynx zur Abklärung von Stimmbandmotilitätsstörungen eingesetzt. Die Untersuchung ist ohne Sedierung als ambulante Prozedur möglich und wurde von allen Patienten gut toleriert.

Wir sehen im Kehlkopf-EMG nicht nur ein Instrument zur Prognoseabschätzung einer Rekurrensparese, sondern auch ein Hilfsmittel zur Einsparung von Kosten und Belastungen für den Patienten bei der Umfelddiagnostik. Zugleich können eine Arytänoidluxation, die Fixierung der Krikoarytänoidgelenke (z.B. durch Arthritis) und paraglottische Tumorinfiltrationen abgegrenzt werden. Hierbei kommt der passiven Stimmbandbewegung durch gezielte Elektrostimulation besondere Bedeutung zu.