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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Umwandlungstracheotomie bei Komplikationen nach percutaner Dilatationstracheotomie – eine retrospektive Qualitätsanalyse der Indikationstellung

Meeting Abstract

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  • corresponding author Andreas Kugler - Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik – Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Oliver Birkelbach - Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin - Charité-Universitätsm, Berlin
  • Masen Dirk Jumah - Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik – Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Matthias Hölzl - Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik – Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod216

DOI: 10.3205/09hnod216, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod2164

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Kugler et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die elektive Tracheotomie besitzt einen festen Stellenwert im Airwaymanagement der Intensivmedizin. Zur Prophylaxe von Komplikationen nach Langzeitintubation stehen die chirurgische Tracheotomie sowie verschiedene Verfahren der perkutanen Dilatationstracheotomie (PDT) gleichberechtigt nebeneinander. Die vorliegende Studie analysiert interdiziplinär Umwandlungstracheotomien nach erfolgter PDT.

Methodik: Von 01/2006 bis 10/2008 wurden 736 Patienten tracheotomiert. Bei 328 Patienten wurde ein konventionelles Vorgehen gewählt. In 408 Fällen erfolgte eine PDT. Es wurden 28 Fälle mittels Umwandlungstracheotomie revidiert. Indikationsstellung sowie Komplikationen wurden in dieser Gruppe retrospektiv analysiert.

Ergebnis: In 33 Monaten wurden 6,9% der primären PDT in konventionelle Tracheostomata umgewandelt. Eine chirurgische akut-Intervention war bei 3 Patienten aufgrund therapiebedürftiger Blutungen, in 4 Fällen aufgrund erschwerter Anatomie notwendig. Bei 18 Patienten erfolgte eine Langzeitventilation über das Stoma, so dass die permanente Anlage indiziert war. Sonstige Indikationen zeigten 3 Patienten. Nach empfohlenen Indikationen und Kontraindikationen, sowie Langzeitperspektive wäre bei 19 Patienten ein primär konventionelles Vorgehen ratsam gewesen.

Schlussfolgerung: Die PDT zeigt eine geringe Rate an intra- und postoperativen Komplikationen. Sie ist wegen der einfachen Durchführung auf Intensivstationen unterschiedlicher fachlicher Prägung weit verbreitet. Die Analyse notwendiger Umwandlungstracheotomien zeigt, dass die Indikationsstellung zur PDT auf bekannte Kontraindikationen und die Langzeitperspektive unserer Patienten fokussieren muss. Eine enge Kooperation zwischen Kopf- und Halschirurgen und Anästhesisten ist zu empfehlen.