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80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

20.05. - 24.05.2009, Rostock

Chirurgischer Verschluss ösophago-trachealer Shuntfisteln bei laryngektomierten Patienten

Meeting Abstract

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  • corresponding author Stephanie Birk - Univ. HNO-Klinik, Erlangen
  • Christoph Alexiou - Univ. HNO-Klinik, Erlangen
  • Michael Koch - Univ. HNO-Klinik, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Rostock, 20.-24.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09hnod201

DOI: 10.3205/09hnod201, URN: urn:nbn:de:0183-09hnod2011

Veröffentlicht: 17. April 2009

© 2009 Birk et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die tracheoösophageale Stimmprothese ist nach Laryngektomie hinsichtlich der Stimmrehabilitation das Mittel der Wahl. Sie hat eine hohe Erfolgsquote, in seltenen Fällen kann es jedoch zur Insuffizienz mit Erweiterung der ösophagotrachealen Fistel kommen. Verschließt sich die Fistel nicht spontan, so ist eine operative Intervention häufig notwendig. Zahlreiche Methoden wurden beschrieben, vom einfachen Primärverschluss bis zur Verwendung von unterschiedlichen Lappenplastiken.

Methoden: 6 Patienten wurden zwischen 2000 und 2008 wegen einer therapieresistenten ösophagotrachealen Fistel nach Insuffizienz der Sprechkanüle operativ therapiert. Alle Patienten wiesen einen Zustand nach Radiotherapie mit einer durchschnittlichen Strahlendosis von 64,6 Gy auf. Bei 4 Patienten wurde ein operativer Verschluss mit primärer Ösophagusnaht, Resektion der Trachea oberhalb der Fistel und Hochzug sowie Epithelisierung der distalen Trachea nach Mobilisation durchgeführt.

Ergebnisse: Ein erfolgreicher Verschluss konnte mit dieser Technik bei 3 der 4 Patienten erreicht werden (75%). In einem Fall kam es zur Rezidivfistel, so dass ein Defektverschluss mittels Pectoralis-major Lappen notwendig wurde.

Schlussfolgerung: Bei Scheitern der konservativen Therapie einer ösophagotrachealen Fistel zeigt der primäre operative Verschluss eine hohe Misserfolgsrate. Die hier beschriebene Technik hat den Vorteil, dass sie durch Einbringen von frischem und weniger strahlengeschädigtem Gewebe in das Defektareal eine hohe Erfolgsrate aufweist. Sie stellt insbesondere im Vergleich zu der Verwendung von aufwendigen Lappenplastiken einen geringeren operativen Aufwand mit geringerer Morbidität dar.