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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Einfluss von intraparotidealen und cervikalen Lymphknotenmetastasen auf das rezidivfreie Überleben bei Parotiskarzinomen

Meeting Abstract

  • corresponding author Orlando Guntinas-Lichius - Univ.-HNO-Klinik Jena, Jena
  • Tobias Ponert - Univ.-HNO-Klinik Köln, Köln
  • J. Peter Klussmann - Univ.-HNO-Klinik Köln, Köln

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod650

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod650.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Guntinas-Lichius et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das TNM-System differenziert bei der Klassifikation von Parotiskarzinomen nicht das Vorhandensein von intraparotidealen Lymphknotenmetastasen (MTS) unabhängig von der cervikalen Metastasierung.

Methoden: Wir untersuchten das Verteilungsmuster von intraparotidealen und cervikalen MTS nach Parotidektomie und Neck dissection in 142 Parotiskarzinomen (1986–2006).

Ergebnisse: 52 therapeutische (cN+) und 90 elektive (cN0) Neck dissection Operationen wurden vorgenommen. 25 Patienten hatten okkulte MTS (cN0/pN+). 87 Präparate waren ohne Tumoranhalt (pN0); 55 mit MTS (pN+). Hierunter fanden sich 24 Patienten ausschließlich mit intraparotidealen MTS (pPar+), 12 mit intraparotidealen und cervikalen MTS (pPar+/pN+) und 19 Patienten ausschließlich mit cervikalen Metastasen (pPar-/pN+). Cervikal waren Level II (31%), Level III (26%), Level V (27%) am häufigsten befallen. 59 Patienten hatten pT1/T2 und 83 hatten pT3/T4 Tumoren. Der mediane follow-up lag bei 24,40 Monaten. Das rezidivfreie Überleben lag bei 81% nach 5 und 62% nach10 Jahre. Das Gesamtüberleben bei 83% bzw. 56%. Nach univariater Analyse waren signifikante Risikofaktoren für ein Rezidiv: pN+ (p=0,042); pT4 (0,009); R+ (0,001); Lymphknoten-Kapseldurchbruch (0,046); Lymphangiosis carcinomatosa (0,019).

Schlussfolgerungen: Jedes 4. Parotiskarzinom hatte intraparotideale MTS. 18% hatten okkulte Metastasen. Diese sollte bei der Therapiestrategie genauso berücksichtigt werden wie der häufige Befall von Level III und V neben Level II. Die histopathologischen Charakteristika der Lymphknotenmetastasen sind wichtige Risikofaktoren für ein Rezidiv. Wir empfehlen daher bei Parotiskarzinomen eine totale Parotidektomie und als therapeutische Neck dissection eine radikal-modifizierte Neck dissection.