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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Einfluß traditioneller chinesischer Akupunktur auf das Riechvermögen bei postviraler Anosmie

Meeting Abstract

  • corresponding author Julia Vent - HNO-Universitätsklinik, Köln
  • Yue-Yue Wang - Universität zu Köln, Med. Fak., Köln
  • Gero Quante - HNO-Universitätsklinik, Köln
  • Karl-Bernd Hüttenbrink - HNO-Universitätsklinik, Köln
  • Michael Damm - HNO-Universitätsklinik, Köln

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod470

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod470.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Vent et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Effizienz der Alternativ- oder Komplementärmedizin wird trotz der vermeintlich großen Popularität selten wissenschaftlich objektivierbar publiziert. Die Wirksamkeit bei Riechstörungen ist bislang nicht beschrieben.

Methoden: Es wurden 15 postvirale Anosmiker untersucht. Die Patienten waren in der Kölner Riechsprechstunde mit dem Standard- Therapieschema von oralen und topischen Steroiden sowie Vitamin B Supplementen erfolglos behandelt worden. Es wurde ein SDI-Score (Schwelle, Diskrimination und Identifikation) mit dem Sniffin’Sticks-Testset zur subjektiven Olfaktometrie erhoben. Zusätzlich wurde ein HNO-Status mit Endoskopie der Riechspalte, eine standardisierte westliche sowie traditionell-chinesische Anamnese sowie eine Selbsteinschätzung des Riechvermögens durchgeführt. Nach 10 Wochen mit je einer 30-minütigen Akupunktur-Sitzung nach traditionell-chinesischer Methode mit Nadeln an Medianen des Körpers erfolgte eine erneute Erhebung des SDI.

Ergebnisse: Die meisten Patienten schätzten ihr Riechvermögen als schlecht oder nicht vorhanden ein. Die SDI-Werte lagen im Durchschnitt unter 12 Punkten und entsprachen damit einer funktionellen Anosmie. Auch wenn sich subjektiv das Wohlbefinden der Patienten besserte, konnte eine objektive Verbesserung in der subjektiven Olfaktometrie nicht nachgewiesen werden.

Schlussfolgerungen: Die vorgelegten Pilotdaten zeigen, dass keine Verbesserung des Riechvermögens bei postviraler Anosmie durch traditionelle chinesische Akupunktur erreicht werden kann.