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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Hämangioperizytom der Nasennebenhöhlen

Meeting Abstract

  • corresponding author Veit M. Hofmann - Universitätsklinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Halle
  • Hans-Jürgen Holzhausen - Pathologisches Insitut des Universitätsklinikums der Martin-Luther-Universität Halle, Halle
  • Sabrina Kösling - Klinik für Diagnostische Radiologie des Universitätsklinikums der Martin-Luther-Universität Halle, Halle
  • Stephan Knipping - Universitätsklinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Halle

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod430

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod430.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Hofmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Hämangioperizytom ist ein im Nasennebenhöhlensystem sehr selten vorkommender mesenchymaler Tumor. Er kann bei 1% aller vaskulären Tumoren gefunden werden. In der Literatur finden sich keine gesicherten Daten zur Inzidenz. Die histologische Diagnose ist häufig schwierig. Nur 5% aller Hämangioperizytome sind in der Nase bzw. in den Nasennebenhöhlen lokalisiert.

Kasuistik: Beschrieben wird der Fall einer 76-jährigen Patientin, bei der ein ausgedehnter Nasennebenhöhlentumor als Zufallsbefund im Schädel-CT, das zur Abklärung nach einem apoplektischen Insult durchgeführt worden war, diagnostiziert wurde. In der Vorgeschichte waren vor 20 Jahren zweimal endonasale Nasennebenhöhlenoperationen in Lokalanästhesie erfolgt. Die damalige histologische Diagnose lautete „Angiofibrom mit Proliferationszeichen“.

Nach endonasaler Exstirpation des Tumors zeigte sich histologisch zunächst eine spindelzellige Neoplasie. Bei der immunhistochemischen Untersuchung sowie der Transmissionselektronenmikroskopie wurde ein primitiver mesenchymaler Zelltyp gefunden. Diese Befunde bestätigten das Vorliegen eines Hämangioperizytoms.

In der Verlaufsuntersuchung nach einem Jahr ergab sich ein regelrechter posttherapeutischer Befund ohne Hinweis auf ein Rezidiv.

Zusammenfassung: Das Hämangioperizytom ist eine seltene Differenzialdiagnose einer Neoplasie im Nasennebenhöhlensystem. Schwierigkeiten ergeben sich bei dieser Entität in der korrekten pathologisch-anatomischen Diagnose. Diese Tumoren weisen eine erhebliche Rezidivneigung auf. Zusätzlich bestehen die Gefahr der malignen Entartung sowie eine Metastasierungstendenz. Die betroffenen Patienten sollten nach der Operation einer engmaschigen onkologischen Nachsorge unterzogen werden.