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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Non-Hodgkin-Lymphome der Nasennebenhöhlen – Differenzialdiagnostik und Procedere

Meeting Abstract

  • corresponding author Tanja D. Dämmrich - HNO-Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Eva K. Rieh - HNO-Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Susan Arndt - HNO-Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Gerd J. Ridder - HNO-Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Wolfgang Maier - HNO-Uniklinik Freiburg, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod420

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod420.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Dämmrich et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Maligne Lymphome sind die häufigsten nicht-epithelialen Neoplasien der Nasennebenhöhlen (NNH). Jedoch stellen sie mit einem Anteil von 2% an allen extranodalen Lymphomen eine seltene Tumorentität in dieser Lokalisation dar. Hierbei handelt es sich überwiegend um extranodale Non-Hodgkin-Lymphome (NHL). Während in Asien und Lateinamerika das T-Zell-NHL dominiert, finden sich in Amerika und Europa vorrangig B-Zell-NHL im Bereich der NNH.

Methoden: Wir analysierten retrospektiv Anamnese, klinische Symptomatik, Diagnosefindung und Verlauf aller Patienten, die seit dem Jahr 1998 in unserer Klinik wegen einer nicht-epithelialen NNH-Neoplasie behandelt wurden.

Ergebnisse: In der Mehrzahl der Fälle handelte es sich um Patienten, die bereits seit längerem aufgrund einer therapieresistenten Sinusitis oder Dakryozystitis in Behandlung waren. Nur selten wurde initial der Verdacht auf eine maligne Erkrankung geäußert, wobei in diesen Fällen primär an einen epithelialen Tumor gedacht worden war. Meist war das NHL Erstmanifestation eines systemisch disseminierten Prozesses, in der Minderzahl der Fälle lag ein isoliertes NHL der Nasennebenhöhlen vor.

Schlussfolgerung: Das klinische Bild sowie die radiologische Diagnostik bieten keinen relevanten Hinweis für das Vorliegen eines malignen Lymphoms der Nasennebenhöhlen. Höheres Patientenalter, B-Symptomatik und orbitale Symptome können Hinweise auf ein NHL sein. Grundsätzlich sollte eine histologische Sicherung bei allen protrahierten, auch entzündlich imponierenden Prozessen der NNH erfolgen. Die Therapie der Wahl ist die onkologische Behandlung, ggf. kombiniert mit einer Radiatio. Durch eine frühe Diagnosestellung und adäquate Therapieeinleitung kann die Prognose des NHL verbessert werden.