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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Laryngoplastik nach Laryngektomie – Erfahrungen mit der chirurgischen Stimmrehabilitation mit dem Radialislappen nach Hagen

Meeting Abstract

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  • corresponding author Thoralf Stange - HNO-Klinik, Lukaskrankenhaus Neuss, Neuss
  • Hans-Jürgen Schultz-Coulon - HNO-Klinik, Lukaskrankenhaus Neuss, Neuss

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod314

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod314.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Stange et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Unter den zahlreichen Verfahren zur chirurgischen Stimmrehabilitation nach Laryngektomie scheint sich die Methode nach Hagen als einzige erfolgreiche Operationstechnik zu etablieren. Seit 10 Jahren verwenden auch wir diese Technik und möchten daher über unsere Erfahrungen berichten.

Patienten und Methoden: Bei 28 Patienten rekonstruierten wir nach Laryngektomie einen stabilen tracheoösophagealen Shunt mit einem mikrovaskulär anastomosierten Radialislappen entsprechend der Methode nach Hagen. Operationstechnische Besonderheiten dieser Methode sind dabei die Konstruktion einer knorpelverstärkten Neoepiglottis und der dynamische Ventilmechanismus durch eine suprahyoidale Führung der Laryngoplastik.

Ergebnisse: Bei 27 Patienten (96%) war die Operation erfolgreich. Diese Patienten konnten noch während des stationären Aufenthaltes sprechen. Einen Transplantatverlust mußten wir beobachten. 3 Patienten (11,1%) klagten nach mehreren Monaten postoperativ über intermittierend auftretende geringe Aspiration von Flüssigkeiten. Eine operative Revision war nicht erforderlich. Bei einem Patienten konnte eine narbige Stenose der pharyngealen Öffnung der Laryngoplastik erfolgreich operativ rekanalisiert werden.

Schlussfolgerungen: Mit dem "Larynxersatzrohr" nach Hagen gelingt es offenbar in einem hohen Prozentsatz, einen nachsorgefreien zuverlässigen Stimmshunt mit nahezu aspirationsfreiem Schluckvermögen herzustellen. Daher kann der Nachteil der zeitaufwendigen Operationstechnik mit operativem Mehraufwand und zusätzlichen Komplikationsmöglichkeiten bei geeigneten Patienten in Kauf genommen werden. Insbesondere bei jüngeren Patienten ergibt sich im Vergleich zu den Stimmprothesenträgern auch ein ökonomischer Vorteil.