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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Reflux – ein Risikofaktor für Komplikationen nach chirurgischer Stimmrehabilitation mittels Stimmprothese?

Meeting Abstract

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  • Heinz Maier - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Abt. für Hals-Nasen-Ohrenheilkund, Ulm
  • Laura Griesinger - BWK Ulm, HNO-Abteilung, Ulm
  • Theresa Ehrhart - BWK Ulm, HNO-Abteilung, Ulm
  • Kai Lorenz - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Abt.: HNO, Kopf-Halschirurgie, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod298

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod298.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Maier et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Komplikationsrate nach chirurgischer Stimmrehabilitation mittels Stimmprothese ist gering. Bei ca. 5% der Patienten kommt es jedoch zur Erweiterung der tracheoösophagealen Fistel mit Aspirationssymptomatik. Die Genese dieser Atrophie war bislang unklar. In der vorliegenden Untersuchung wird die Bedeutung des gastroösophagealen Reflux für die Fistelerweiterung evaluiert.

Patienten und Methoden: Im Rahmen einer prospektiven Untersuchung wurde die Inzidenz des gastroösophagealen und extraösophagealen Refluxes bei insgesamt 50 laryngektomierten Patienten analysiert. Bei allen Patienten erfolgte eine 24h-ph-Metrie, eine Gastroskopie sowie eine Erfassung der Refluxanamnese mit Hilfe eines speziell entwickelten Fragebogens.

Ergebnisse: 65% der laryngektomierten symptomfreien Patienten zeigten einen relevanten Reflux (36,2(±14,1) distale Refluxereignisse und 11,8 (±3,1) proximale Refluxereignisse). Die Patienten mit Atrophie des Paries membranaceus wiesen zu 90% einen symptomatischen Reflux auf 201,2 (±40,1) distale ösophageale Refluxereignisse und 114,8 (±30,1) proximale ösophageale Refluxereignisse). Der ph-Abfall lag bei den symptomfreien Patienten bei durchschnittlich 4,5, bei den Patienten mit Fistelerweiterung bei 3,5.

Durch eine konsequente Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren über 6 Monate konnte bei 8 von 10 Patienten mit Fistelerweiterung eine deutliche Verbesserung der Symptomatik erreicht werden.

Schlussfolgerung: Die vorliegenden Befunde weisen darauf hin, dass ein chronischer Reflux über eine Irritation der Schleimhaut Komplikationen im Bereich der ösophagotrachealen Fistel begünstigen kann. Die Behandlung von Protonenpumpeninhibitoren wird bei Patienten mit Fistelerweiterung empfohlen.