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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Simultane Manifestation von Plattenepithelkarzinom und Non-Hodgkin-Lymphom in der Tonsilla palatina: klinische und histopathologische Aspekte

Meeting Abstract

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  • corresponding author Georgios Tzamalis - HNO-Klinik, Charite, Campus Benjamin Franklin, Berlin
  • Andreas Albers - HNO-Klinik, Charite, Campus Benjamin Franklin, Berlin
  • Andreas Haisch - HNO-Klinik, Charite, Campus Benjamin Franklin, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod201

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod201.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Tzamalis et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Non-Hodgkin-Lymhome stellen nach den Plattenepithelkarzinomen die zweithäufigste Malignomentität im Kopf-Hals-Bereich dar. PECA der Tonsille sind wiederum die zweithäufigsten Karzinome überhaupt im HNO-Bereich.

Kasuistik: Eine 49-jährige Patientin stellte sich in unserer Klinik mit seit 6 Wochen bestehender Odynophagie sowie mit einem Globusgefühl und subfebrilen Temperaturen vor. Bei der klinischen Untersuchung fand sich eine vergrößerte, palpatorisch derbe rechte Tonsille. CT-morphologisch zeigte sich weiterhin ein 3cm großer LK rechts submandibulär sowie weitere vergrößerte intraabdominelle LK. Die histologische Aufarbeitung der im Rahmen einer Panendoskopie mit gleichzeitiger Tonsillektomie gewonnenen Biopsien ergab ein follikuläres Lymhom Grad II bis III sowie Anteile eines mäßig differenzierten PECA der Tonsille. Das weitere Staging war unauffällig. Daraufhin erfolgte eine funktionelle Neck Dissection rechts, wobei in nur einem der insgesamt 22 entnommenen LK eine Infiltration durch das vorbeschriebene Lymphom vorlag. Anschließend wurde eine Chemotherapie nach dem R-CHOP-Protokoll eingeleitet. Auf eine adjuvante Radiatio wurde aufgrund des bereits in sano resezierten pT1pN0 Tonsillenkarzinoms verzichtet.

Schlussfolgerungen: Die simultane Manifestation der beiden genannten Tumorentitäten ist nach dem Stand der Literatur nicht selten im Gastrointestinaltrakt, v.a. im Magen anzutreffen. Eine derartige Koinzidenz im Oropharynx stellt allerdings eine absolute onkologische Rarität dar. Die Ergebnisse der durchgeführten immunhistologischen bzw. genetischen Untersuchungen könnten Hinweise auf mögliche kausale Zusammenhänge liefern. Die Besonderheit der Diagnose unterstreicht die Notwendigkeit einer interdisziplinären Behandlungsplanung.