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79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

30.04. - 04.05.2008, Bonn

Langzeitergebnisse mit dem Auditorischen Hirnstammimplantat (ABI)

Meeting Abstract

  • corresponding author Gert Joseph - Medizinische Hochschule Hannover - HNO Klinik, Hannover
  • Minoo Lenarz - MHH HNO, Hannover
  • Urte Rost - MHH HNO, Hannover
  • Rolf-Dieter Battmer - MHH HNO, Hannover
  • Thomas Lenarz - MHH HNO, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 79. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Bonn, 30.04.-04.05.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnod063

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2008/08hnod063.shtml

Veröffentlicht: 22. April 2008

© 2008 Joseph et al.
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Gliederung

Text

Seit 1996 wurden an der Medizinischen Hochschule Hannover in Zusammenarbeit mit dem Nordstadtkrankenhaus Hannover und dem INI Hannover 32 Patienten mit einem ABI versorgt (7 Clarion, 8 Nucleus 22, 17 Nucleus 24). In 27 Fällen wurde das ABI auf Grund einer NF2 Erkrankung eingesetzt, in 5 Fällen wegen der Spätfolgen einer Meningitis oder wegen eines fehlgebildeten Hörnerven.

Für diese Patienten wurde in Zusammenarbeit von Medizinern, Ingenieuren und Pädagogen ein Nachsorgeprogramm definiert, in dessen Rahmen die Patienten nach 3, 6, 9 und 12 Monaten und später im Jahresrhythmus gesehen werden. Zu diesen Terminen wird die Einstellung des Sprachprozessors überprüft sowie die Fähigkeit zur Spracherkennung mit den folgenden Tests überprüft:

  • Speech Tracking im auditiv-visuellen Modus
  • Zahlen und Vokale im auditiven Modus sowie im auditiv-visuellen Modus

Bei einem Patienten musste das ABI nach einem Jahr wegen technischer Probleme wieder explantiert werden; in einem anderen Fall lieferte die Stimulation von Anfang an keine auditorischen Sensationen. Bei allen anderen wurde nach ein bis zwei Jahren ein relativ stabiles Niveau in der Spracherkennung erreicht. Im Speech Tracking wurden Werte zwischen 20 und 40 Worten/Minute erreicht - das Maximum lag bei 67 Worte/Minute. 3 Patienten haben inzwischen ein offenes Sprachverstehen erreicht und beginnen mit dem Telefonieren.

Ein signifikantes Absinken der Testergebnisse wurde bei keinem Patienten beobachtet.

Die mittlere elektrische Ladung zum Erzielen eines Höreindrucks war bis auf 4 Ausnahmefälle stabil über der Zeit. Die mittlere Anzahl der aktivierten Elektroden konnte im Laufe der Zeit leicht erhöht werden.