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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

„Unspezifische“ Parotitis als Erstsymptom einer Wegenerschen Granulomatose

Meeting Abstract

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  • corresponding author Markus Frantz - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Klinikum rechst der Isar, München
  • Helga Frank - II.Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar, TU München, München
  • Claus von Weyhern - Institut für allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie, TU München, München
  • Jan Kiefer - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Klinikum rechts der Isar, TU München, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod604

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod604.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Frantz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Wegenersche Granulomatose (WG) ist eine Systemerkrankung, die üblicherweise mit einer Beteiligung des (oberen und unteren) Repirationstrakts und einer Glomerulonephritis einhergeht. Eine inflammatorische Beteiligung der Speicheldrüsen ist eine seltene Manifestation und kann, falls nicht als solche erkannt, zu einem verlängerten Verlauf mit ernster Prognose führen.

Methode: Kasuistik des Krankheitsverlaufs einer Patientin.

Verlauf: Eine 71-jährige Patientin litt seit drei Wochen unter einer einseitigen, schmerzhaften Schwellung der Gl. parotidea ohne Besserung auf antibiotische und antiphlogistische Behandlung. Eine laterale Parotidektomie erbrachte einen unspezifischen histologischen Befund. Im Weiteren entwickelte die Patientin eine Wundheilungsstörung und hohes rezidivierendes Fieber. Im Röntgen Thorax fielen nun multiple Lungenrundherde auf. Die immunologische Diagnostik für antinukleäre cytoplasmatische Antikörper (ANCA) war positiv und eine CT-gesteuerte Punktion lieferte eine ausgeprägte nekrotisierende Vaskulitis der kleinen Arterien und Venen. Folglich wurde die Diagnose einer WG gestellt und eine spezifische immunsuppressive Therapie eingeleitet. Der Langzeit-Follow-up von sechs Monaten zeigte einen Rückgang im ANCA-Verlauf sowie eine Remission der beschriebenen Manifestationen.

Schlussfolgerung: Eine isolierte inflammatorische Schwellung der Gl. parotidea kann das erste Symptom einer WG sein und sollte insbesondere bei unklaren Befunden in die Differentialdiagnose einbezogen werden. Eine serologische Diagnostik für cANCA liefert wichtige Informationen und sollte bei Auftreten zusätzlicher Symptome frühzeitig erfolgen. Nach Diagnosestellung kann eine adäquate Therapie die Progression zu schweren klinischen Verläufen verhindern.