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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Angeborene Defekte des Tegmen tympani

Meeting Abstract

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  • corresponding author Miklos Toth - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz
  • Kai Helling - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  • Wolf Jürgen Mann - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod582

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod582.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Toth et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Knochendefekte des Felsenbeins finden sich im Bereich zur hinteren und insbesondere mittleren Schädelgrube am Tegmen tympani. Klinisch auffällig werden diese bei zusätzlichen Läsionen der Dura durch Liquoraustritt in die pneumatisierten Mittelohrräume und Meningitis. Bei den Knochendefekten handelt es sich meist um erworbene Veränderungen, hingegen existieren nur kasuistische Literaturbeiträge zu angeborenen Defekten. Hierbei ist der häufig beschriebene klinische Zusammenhang von Defekten des Tegmen tympani mit weiteren anatomischen Veränderungen des Innenohres wie dem erweiterten Canaliculus cochleae, der Hyrtl Fissur und knöchernen Fundusdefekten am inneren Gehörgang besonders interessant. Hieraus ergab sich die Frage nach einer entwicklungsgeschichtlichen Deutung der Lokalisation und ihrer Ätiogenese.

Methode: Untersucht wurden insgesamt 122 Felsenbeine, wovon 40 als histologische Serienschnitte (11. embryologische Woche – 2. Lebensjahr) und 82 (21. embryol. Woche – 92. Lebensjahr) als mazerierte Felsenbeine aufgearbeitet wurden.

Ergebniss: Das Tegmen tympani hat zwei Anlagen, die Pars medialis und lateralis. Dabei konnte erstmals gezeigt werden, dass sich die mediale Anlage als Knorpelplatte entwickelt und embryologisch zum Innenohr gehört. Die laterale Anlage ist Teil der Pars squamosa des Schläfenbeines. Das Tegmen tympani ist zuerst ein sichelförmiger Fortsatz ausgehend vom Bereich des lateralen Bogenganges, welcher sich während seiner Entwicklung um das Ganglion geniculi legt und nach anterior auf die Cochlea trifft.

Schlussfolgerung: Das Tegmen tympani scheint einen Locus minoris resistentiae darzustellen, an dem es zu Fusionsdefekten oder sekundären Tegmendefekten im Rahmen des „modelling and remodelling“ kommen kann.