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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Molekulare Charakterisierung der hereditären hämorrhagischen Teleangiektasie (HHT) sowie Korrelation zum Phänotyp

Meeting Abstract

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  • corresponding author Haneen Sadick - Universitäts-HNO-Klinik Mannheim, Mannheim
  • Johanna Hage - Universitäts-HNO-Klinik, Mannheim
  • Peter Bugert - Institut für Transfusionsmedizin, Mannheim
  • Karl Hörmann - Universitäts-HNO-Klinik, Mannheim

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod545

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod545.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Sadick et al.
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Gliederung

Text

Die hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie ist eine autosomal dominante Erbkrankheit. Klinisch ist sie durch multisystemische arteriovenöse Malformationen (AVM) im Haut, Schleimhaut und Viszeralbereich gekennzeichnet. Pathogenetisch liegen Mutationen des Endoglin (ENG)- und des aktivin-rezeptor-like Kinase (ALK1)-Gens zugrunde.

Die DNA von 18 Patienten mit klinisch vermuteten HHT wurden auf das Vorliegen von ENG- und ALK1-Mutationen untersucht. Hierzu wurden die Exone beider Gene sequenziert und mit dem jeweiligen Phänotyp korreliert.

Sechs von 18 Patienten zeigten ENG-Mutationen (HHT-1). Es handelte sich in 4 Fällen um eine Punktmutation, in jeweils einem Fall um eine Insertion bzw. Deletion. Zehn Patienten zeigten ALK1-Mutationen (HHT-2). In 5 Fällen lag eine Punktmutation, in 3 Fällen eine Insertion und in 2 Fällen eine Deletion vor. Bei 2 Patienten lagen Punktmutationen für das ENG-Gen und für das ALK1-Gen vor. Insgesamt konnten 3 neue, noch nicht beschriebene Mutation in beiden Genen nachgewiesen werden. Fünf der 8 HHT-1-Patienten wiesen pulmonale AV-Malformationen auf, 2 Patienten eine Leberbeteiligung und ein Patient eine gastrointestinale Beteiligung. In der HHT-2-Gruppe wies nur eine Patientin neben hepatischen und gastrointestinalen AV-Malformationen eine Lungenmanifestation auf. Weitere 5 Patienten zeigten eine Mitbeteiligung der Leber und des GI-Traktes. Endonasale Teleangiektasien waren in beiden Gruppen in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden.

Die molekularen Charakterisierung ermöglicht es, die Diagnose der HHT bereits vor dem Auftreten klinischer Befunde zu stellen. Die Phänotyp-Korrelation bestätigte eine häufigere Manifestation von pulmonalen AVM bei Träger von Endoglin-Mutationen als bei Trägern von ALK1-Mutationen.