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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Knopfzellen als Fremdkörper in der Nase

Meeting Abstract

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  • corresponding author Jan Balczun - Prosper Hospital Recklinghausen, Recklinghausen
  • Nicola Mahl - Prosper Hospital Recklinghausen, Recklinghausen
  • Ralf Siegert - Prosper Hospital Recklinghausen, Recklinghausen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod381

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod381.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Balczun et al.
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Gliederung

Text

Im Zuge der Miniaturisierung der elektronischen Geräte nimmt auch die Verbreitung von Knopfzellen in unserer Gesellschaft zu. Aufgrund der zunehmenden Verfügbarkeit der Knopfzellen steigt auch das Risiko, das sie als Fremdkörper in die Nase gelangen.

Ziel dieser Studie war es zunächst, die Schädigung der Nasenschleimhaut anhand einer akzidentiellen Applikation einer Knopfzelle in die Nasenhaupthöhle eines Kindes zu beschreiben. In einem zweiten Schritt werden anhand von in vitro Untersuchungen die Schädigungsmuster von Knopfbatterien an Schweineknorpel untersucht.

Ein 8jähriges Kind stellte sich in unserer Klinik mit einer Knopfzelle in der Nase vor. Trotz sofortiger Operation mit intraoperativer Spülung und intensiver Nasenpflege entwickelte sich bei dem Kind eine Septumperforation.

Um die Pathogenese der Schädigung zu untersuchen, wurden 10 Schweineknorpel der Einwirkung von Knopfzellen des Herstellers Varta (1,5V) über einen unterschiedlich langen Zeitraum bis max. 72h exponiert. Dabei wurde die eine Hälfte der Batterien mit der Anode und die andere Hälfte mit der Kathode auf das Septum gelegt. Zur Simulation eines feuchten endonasalen Milieus wurden die Septen regelmäßig mit NaCl befeuchtet.

Bereits makroskopisch zeigte sich eine Schädigung der exponierten Areale, wobei sich die Schädigung durch die positive oder negative Seite der Knopfzelle unterschied. Eine histopathologische Untersuchung bestätigte die makroskopischen Beobachtungen. Es zeigte sich, dass Knopfzellen bei langer Expositionsdauer zu erheblicher Schädigung von Schleimhaut und Knorpel führen können. Neben intensiven Spülungen sind daher unter Umständen primär Knorpelresektionen mit anschließender Rekonstruktion erforderlich.