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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Nanostrukturiertes Bioverit und Chitosan-Hydroxylapatit als Materialien zum Gehörknöchelchenersatz - Untersuchung der Bioverträglichkeit in der Unterhaut des Kaninchens

Meeting Abstract

  • corresponding author Martin Stieve - HNO Klinik, Hannover
  • Julia Vogt - HNO-Klinik, Hannover
  • Gudrun Brandes - Elektronenmikroskopie MHH, Hannover
  • Ingo Nolte - Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover
  • Thomas Lenarz - HNO-Klinik, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod352

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod352.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Stieve et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Im Rahmen des Sonderforschungsbereiches 599 (Entwicklung von resorbierbaren und permanenten Implantaten) haben wir neue Kompositwerkstoffe entwickelt, die aufgrund der nanostrukturierten Oberfläche die biologischen Eigenschaften entscheidend verbessern sollen.

Methode: Zum Einsatz kamen nanosktrukturierte Materialien aus Bioverit mit einer Siliciumdioxidbeschichtung und Chitosan-Hydroxylapatit, die in Form von Probekörpern (Ø 10mm, Dicke 2mm) in die Unterhaut von Kaninchen implantiert wurden. Als Vergleich diente unbeschichtetes Bioverit.Nach Zeiträumen von 28, 85 und 300 Tagen erfolgte die Explantation der Probekörper mit umgebenden Gewebe, deren Fixation und Einbettung in Epoxidharz. Die Auswertung erfolgte durch Anschleifen, Färben der Oberfläche (modifiziert nach Mann-Dominici) und Mikroskopie im Auflichtverfahren.

Ergebnisse: Alle Bioveritimplantate zeigten einen schmalen Gewebesaum als Hinweis für eine gute Biokompatibilität ohne Zeichen einer Abstoßungsreaktion oder Destruktion der Materialien nach einem Zeitraum von bis zu 300 Tagen. Insbesondere die nanostrukturierten Proben erwiesen sich hinsichtlich der dünneren Schichtdicke des Gewebesaumes als weniger bioakiv. Im Gegensatz dazu traten bei den Chitosan-Hydroxylapatit Proben deutliche Kapselbildungen mit Rundzellinfiltraten auf im Sinne einer starken biologischen Aktivität. Desweiteren kam es teilweise zur Destruktionen und Fissurbildungen mit Auflösung des Materials.

Diskussion: Nanostrukturen haben einen positiven Einfluss auf die biologischen Eigenschaften, was bei der Entwicklung von Implantaten im Kopf-Hals-Bereich zu berücksichtigen ist.