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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Nachweis von Biofilmkeimen auf Silikongehörgangsfolien

Meeting Abstract

  • corresponding author Christian Schell - HNO UK Dresden, Dresden
  • Kristina Hochauf - Institut für Mikrobiologie und Hygiene der medizinischen Fakultät der TU, Dresden
  • Anne Kluge - FB Ingenieurwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Dresden
  • Thomas Zahnert - Klinik- und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums, Dresden
  • Volker Guziol - Klinik- und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod347

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod347.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Schell et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei Ohroperationen werden zur Schienung des Gehörganges in der Regel über 2 bis 3 Wochen Silikonfolien eingelegt. Über die materiellen Veränderungen dieser Folien ist bisher wenig bekannt. Ziel dieser Arbeit war es die Keime der Biofilme auf diesen Gehörgangsfolien zu bestimmen.

Methode: Es wurden von 49 Ohrpatienten Gehörgangsfolien mit einer Liegedauer zwischen 7 und 21 Tagen untersucht. Die Folien wurden nach Entnahme aus dem Gehörgang mit steriler isotonischer Kochsalzlösung gründlich gespült. Anschließend wurde die Oberfläche mit sterilen Glaskügelchen beschossen, wodurch die Biofilme aufgebrochen und dadurch abgelöst werden sollen. Von dem Spülwasser diesen Kügelchen wurden anschließend Abstriche entnommen und PCR-Untersuchungen durchgeführt.

Ergebnisse: Bei 22 von 49 Patienten (45%) konnten Keime der Biofilme nachgewiesen werden. In der Mehrzahl bestanden diese aus Staphylokokken. Bei 4 Patienten (8%) ließ sich auch Pseudomonas aeruginosa identifizieren. Tendenziell ist mit zunehmender Liegedauer eine Zunahme der Keimbesiedelung auf den Gehörgangsfolien zu verzeichnen.

Schlussfolgerung: Auf Silikongehörgangsfolien sind fest haftende Biofilme nachweisbar, die sich teilweise auch aus dem Problemkeim Pseudomonas aeruginosa zusammensetzen. Um Reservoire für Infektionserreger zu beseitigen sollten die Gehörgangsfolien nicht zu lange in den Gehörgängen verweilen.