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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Hat die Masernvirusschutzimpfung einen Einfluss auf die Inzidenz der Otosklerose?

Meeting Abstract

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  • corresponding author Hans Peter Niedermeyer - HNO Klinik und Poliklinik, Klinikum r.d. Isar, München
  • Wolfgang Arnold - HNO Klinik und Poliklinik, Klinikum r.d. Isar, TU München, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod340

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod340.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Niedermeyer et al.
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Gliederung

Text

Die Otosklerose ist mit die häufigste Ursache für Schwerhörigkeit. Als auslösender Faktor für diese chronische entzündliche Erkrankung des menschlichen Felsenbein wird eine persistente Masernviursinfektion diskutiert. In der vorliegenden epidemiologischen Studie sollte überprüft werden, ob die Masernvirusschutzimpfung einen Einfluß auf die Inzidenz der Otosklerose hat

In unsere Untersuchung wurden alle vom statistischen Bundesamt erfaßten Patienten (64112, davon 40219 Frauen und 23893 Männer), die stationär wegen Otosklerose zwischen 1993 und 2004 behandelt wurden, eingeschlossen. Als Kontrollen dienten wegen Otitis media stationär behandelte Patienten. Die Durchimpfungsrate gegen Masern betrug 72%. Die über 25 jährigen wurden als nicht geimpft, die unter 25 jährigen als geimpft berücksichtigt.

Bei den geimpften Patienten nahm die Inzidenz der Otosklerose um 42% ab, bei den nicht geimpften um 16%. Die Abnahme war bei den geimften Frauen mit 27% gegenüber den nicht geimpften mit 15% deutlich geringer ausgefallen als bei den Männern mit 59% vs. 22%. In der Otits media Kontrollgruppe zeigte sich eine Abnahme um 14% in der geimpften Gruppe und 17% in der nicht geimpften. Auch hier war die Abnahme bei den Frauen mit respektiv 10% und 12% geringer als bei den Männern mit 16% vs. 22%.

Wesentlich ist, daß die Otosklerose in der geimpften Bevölkerung im Vergleich zur nicht geimpften hochsignifikant rückläufig ist. Die Abnahme der Otosklerose in der nicht geimpften Bevölkerung entspricht in etwa der der Kontrollgruppe, was man unter dem Begriff des sekulären Trends subsummiert. Die geringere Abnahme der Inzidenz der Otosklerose bei Frauen korreliert mit der bekannten Reaktivität von Frauen gegen Masernviren.