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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Doppelblindstudie zur transmeatalen cochleären Laserbestrahlung (TCL) bei chronischem Tinnitus

Meeting Abstract

  • corresponding author Stefan Tauber - Laser-Forschungslabor LMU München, München
  • Alexsandra De Nigris - LFL LMU München, München
  • Wolfgang Beyer - LFL LMU München, München
  • Reinhold Baumgartner - LFL LMU München, München
  • Karin Schorn - LFL LMU München, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod243

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod243.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Tauber et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der therapeutische Nutzen von Laserlicht-induzierten photochemischen Reaktionen steht bei cochleären Schädigungen zur Diskussion. In einer dosimetrischen Felsenbeinstudie ex-vivo wurde ein Laser-head-set-System zur transmeatalen cochleären Low-Level-Laser-Bestrahlung (TCL) entwickelt, das eine kalkulierte Lichtdosierung in der Cochlea gewährleisten kann.

Methodik: 170 Patienten mit chronischem Tinnitus wurden mit der TCL (4-100 J/cm² cochleäres Windungsareal; λ=635,690,780,830nm) in einer randomisierten placebo-kontrollierten Doppelblindstudie behandelt. Der Behandlungserfolg wurde anhand von audiometrischen Messungen, multiplen visuellen Analogskalen (VAS) sowie dem Fragebogen nach Goebel/Hiller über einen Beobachtungszeitraum von 6 Monaten analysiert.

Ergebnisse: Die Laserbestrahlungen waren nebenwirkungsfrei und veränderten die Hörschwellen nicht. Bei der Tinnitussymptomatik waren die Ergebnisse inhomogen und abhängig von den jeweiligen Auswerteparameter. Bei den Placebogruppen lagen bei vielen Parametern Besserungen vor, insbesondere bei Stress-assoziierten Bewertungen. Die Lasergruppen zeigten bei einzelnen Auswerteparametern tendenzielle Besserungen. Bei den VAS ergaben insbesondere tinnitusspezifische Parameter wie Lautheit und Belästigung bei Anwendung hoher Laser-Wellenlängen (λ=780-830nm) und Dosierungen (>65 J/cm²) einen -gegenüber den Placebogruppen nicht signifikanten- Besserungstrend.

Schlussfolgerung: Bei der Tinnitustherapie mit Low-Level-Lasern liegt ein Placeboeffekt vor. Die dosimetrisch-kontrollierte Laseranwendung zeigt zwar keine signifikanten Änderungen zur Placebogruppe, dennoch lässt sich bei bestimmten Wellenlängen und Dosierungen ein Besserungstrend einzelner Parameter erkennen.