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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Entwicklung eines Innenohr-Trauma Modells mittels Gentamicin in vivo

Meeting Abstract

  • corresponding author Susanna Ch. Pfannenstiel - HNO-Klinik Universität Heidelberg, Heidelberg
  • Mark Praetorius - HNO-Klinik Universität Heidelberg, Heidelberg
  • Hinrich Staecker - Department of Otorhinolaryngology, University of Kansas, Kansas City, U.S.A.
  • Peter K. Plinkert - HNO-Klinik der Universität Heidelberg, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod237

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod237.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Pfannenstiel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Viele Innenohrstudien verwenden ototoxische Medikamente um Hörverluste und Vestibularausfälle zu induzieren und daraus Konsequenzen für Therapiemodalitäten zu ziehen. Doch nur wenige Studien haben sich mit dem Verlauf des toxischen Effekts dieser Substanzen befasst.

Material und Methoden: Wir applizierten zehn C57BL/6 Mäusen unter Anästhesie Gentamicin in die Rundfensternische. Die Tiere wurden nach sechs Stunden, zwei, fünf und zehn Tagen getötet. An Paraffinschnitten der Cochleas führten wir eine Immunohistochemie mit Anti-Myosin VIIa und ein TUNEL Apoptose Screening (terminal desoxynucleotidyl Transferase Biotin-dUTP Nick End Labeling) durch.

Ergebnisse: Wir beobachteten eine Zunahme der Defekte im Innenohr. So waren nach sechs Stunden die Corti-Organe und Vestibularorgane der gesamten Cochlea immunohistochemisch noch unauffällig. Nach zwei Tagen sahen wir erste disloziierte äußere Haarzellen in der Basalwindung. Dies steigerte sich bis zu einem kompletten Funktionsverlust der äußeren Haarzellen der gesamten Cochlea und Zerstörung der Vestibularorgane nach zehn Tagen. Das TUNEL Ergebnis fiel bei allen 2-, 5- und 10-Tages-Tieren negativ aus. Nur im 6-Stunden-Modell fanden sich apoptotische Zellen im Bereich des Sacculus.

Zusammenfassung: Während morphologische Veränderungen in der Cochlea erst nach 48 Stunden sichtbar wurden, schienen die apoptotischen Vorgänge bereits vorher stattgefunden zu haben. Dies erklärte unser positives TUNEL Ergebnis im 6-Stunden-Modell. Myosin VIIa war hingegen bis kurz vor Phagozytose der funktionslosen Haarzellen nachweisbar. Wir konnten den kompletten Verlust funktionstüchtiger Haarzellen im Rahmen von zehn Tagen nachweisen. Dies soll Grundlage für weitere hörprotektive Studien sein.