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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bei Schluckschmerz nach Tonsillektomie

Meeting Abstract

  • corresponding author Serkan Sertel - Univ. HNO-Klinik, Heidelberg
  • Johannes H. Greten - Deutsche Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin, Heidelberg
  • Saskia Herrmann - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Heidelberg
  • Ingo Baumann - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Heidelberg
  • Andrew Remppis - Kardiologie, Heidelberg
  • Peter K. Plinkert - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod194

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod194.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Sertel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Schluckschmerz nach Tonsillektomie (TE) stellt ein häufiges Problem dar. Bisher gibt es keine Untersuchungen über die Wirksamkeit von Akupunktur zur Schmerzbehandlung nach TE. Wir behandelten Patienten nach TE mit Akupunktur, die trotz Behandlung mit konventioneller Schmerzmedikation starke Schmerzen beim Schlucken angaben.

Methode: Die standardisierte Schmerztherapie nach TE erfolgte durch die Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR)(Diclofenac 3x50 mg). Die Patienten wurden zwischen dem 1. und 3. postoperativen Tage nach TE unter bestehender Schmerztherapie mit NSAR nach ihren aktuellen Schluckschmerzen beim Wasserschluck befragt. Mittels einer Visuellen Analog Skala (VAS) (0 für keine Schmerzen bis 10 für den als heftig angegebenen Ausgangsschmerz) beurteilten die Patienten ihre Schmerzen vor und 20 min nach Akupunktur. Zusätzlich wurden die Patienten nach ihrer Einschätzung der Schmerzlinderung durch NSAR befragt. Die funktionale Diagnosestellung und Behandlung mit einer diagnosegerechten Punktekombination erfolgte bei allen Patienten nach dem sog. Heidelberger Modell der TCM.

Ergebnisse: Die Akupunktur führte zu einer signifikanten Reduzierung des Schluckschmerzes (Mittelwert präAku=7,4 vs. postAku=2,25; p<0,0001). Die Patienten gaben zudem eine mit dem zuvor eingenommenen NSAR vergleichbare Dauer der Schmerzlinderung von durchschnittlich 3 Stunden an.

Schlussfolgerung: Die Akupunktur führt zu einer deutlichen zusätzlichen Schmerzlinderung. Die Nebenwirkungen von NSAR, wie Kopfschmerz, Gastritis, Schwindel, Bronchospasmus sind teilweise erheblich. Bei Unverträglichkeit oder unzureichender Wirksamkeit konventioneller Schmerzmedikamente erscheint ein Behandlungsversuch mit Akupunktur nach dem angegebenen Verfahren gerechtfertigt.