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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Häufigkeit und Ursachen von Gleichgewichtsstörungen bei Patienten nach Cochlea Implantation

Meeting Abstract

  • corresponding author Eike Krause - HNO LMU München, München
  • Tobias Rader - HNO-Klinik LMU, München
  • Juliane Wechtenbruch - HNO-Klinik LMU, München
  • Robert Gürkov - HNO-Klinik LMU, München
  • John Martin Hempel - HNO-Klinik LMU, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod084

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod084.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Krause et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Eine Cochlea Implantation kann postoperativ zu Gleichgewichtsstörungen führen. In den bisher veröffentlichten Untersuchungen schwankt dabei die Häufigkeit des Auftretens von Gleichgewichtsstörungen zwischen 0,33% und 75%.

Methoden: In einer prospektiven Studie wurde bei insgesamt 42 erwachsenen Patienten, welche im Zeitraum von 2002 bis 2006 an unserer Klinik mit einem Cochlea Implantat versorgt wurden, das Auftreten von Gleichgewichtsstörungen untersucht. Hierfür wurde ein speziell entwickelter Fragebogen verwendet. Zusätzlich wurden die subjektiven Gleichgewichtsbeschwerden mit den Befunden der prä- und postoperativen Videookulografie korreliert.

Ergebnisse: Bei 18 (43%) der 42 CI-Patienten traten postoperativ Gleichgewichtsstörungen auf. Dabei berichteten 6 (33%) Patienten über Drehschwindel, 6 (33%) Patienten über Schwankschwindel und 6 (33%) Patienten über ungerichtete Gleichgewichtsstörungen. Die Schwindelbeschwerden setzten bei 13 (72%) Patienten innerhalb der ersten Woche nach Cochlea Implantation ein. Nur bei 4 (22%) der 18 betroffenen Schwindelpatienten ließ sich in der VOG-Untersuchung eine Verschlechterung der Funktion des lateralen Bogenganges nachweisen. Bei 90% der betroffenen Patienten handelte es sich um vorübergehende Schwindelbeschwerden.

Schlussfolgerung: Gleichgewichtsstörungen nach Cochlea Implantation sind eine Komplikation, die jedoch meist nur temporär besteht. Dabei scheint kein einheitlicher Pathomechanismus ursächlich zu sein. Nur bei ca. einem Viertel der Patienten lässt sich eine Funktionsverschlechterung des lateralen Bogenganges als Zeichen einer peripher-vestibulären Schädigung nachweisen.