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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Strukturiertes Hörtraining als relevanter Baustein einer Bewältigungstherapie bei chronischem Tinnitus

Meeting Abstract

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  • corresponding author Guido Mühlmeier - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • Sabine Weiss - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • Heinz Maier - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod058

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod058.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Mühlmeier et al.
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Gliederung

Text

Die Tinnitus Retraining Therapie (TRT) ist als Behandlungsmethode bei chronischem Tinnitus international anerkannt. Das Counselling stellt bei der TRT das zentrale Behandlungselement dar. Da sich im klinischen Alltag häufig ein gemeinsames Auftreten von somatischen und psychischen Pathologien findet, sind häufig eine kognitive Verhaltenstherapie sowie eine die Therapie begleitende Physiotherapie indiziert. Ein strukturiertes Hörtraining (sHT) ist bisher kein Bestandteil der TRT.

Eine Gruppe von 18 Patienten mit chronischem Tinnitus (33-68 Jahre, 7 Frauen, 11 Männer) absolvierte im Rahmen einer Tinnitus-Bewältigungstherapie ein strukturiertes Hörtraining. Dieses bestand aus theoretischen Unterrichtungen sowie praktischen Übungen in den Bereichen „Akustische Klangräume“ und „Einbettung des Tinnitus durch natürliche Umgebungsgeräusche und Klangkompositionen“. Die Therapieergebnisse wurden mit dem Tinnitusfragebogen (TF) erhoben und mit einer Kontrollgruppe ohne sHT verglichen. In einem Follow up von 6 Monaten nach der Therapie wies die sHT-Gruppe im TF eine Beschwerdereduktion von 19 versus 16 Punkten im Median gegenüber der Kontrollgruppe auf. Die Reduktion der körperlichen überwog dabei die der psychischen Beschwerden.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass ein strukturiertes Hörtraining eine wertvolle Ergänzung der bisherigen Therapiekonzepte des chronischen Tinnitus darstellt. Durch die aktive Beeinflussbarkeit des Tinnitus mit einfachen akustischen Mitteln wird dem Betroffenen oft eine zusätzliche Perspektive in der Bewältigung eröffnet.