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78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Verschiedene Sondentöne in der Tympanometrie

Meeting Abstract

  • corresponding author Annette Limberger - Klinik für HNO und Kommunikationsstörungen, Mainz
  • Andrea Bohnert - Klinik für HNO und Kommunikationsstörungen, Mainz
  • Karl-Ludwig Lippert - Klinik für HNO und Kommunikationsstörungen, Mainz
  • Annerose Keilmann - Klinik für HNO und Kommunikationsstörungen, Mainz

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod042

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod042.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Limberger et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Unterschiedliche Frequenzen des Sondentons bei der Tympanometrie sind keine Neuheit, jedoch mittlerweile häufig in Vergessenheit geraten, zumal viele Tympanometer keinen 2. Sondenton anbieten. Zuletzt berichteten Schade et al., dass ein Sondenton von 1000 Hz bei Säuglingen und Kleinstkindern das zuverlässigste Ergebnis liefert (Schade et al., DGPP 2005, Harris et al. 2005). Wir gingen der Frage nach, welchen Einfluss das Gehörgangsvolumen auf die Messung hat.

Patienten und Methoden: Wir werteten bisher die ohrmikroskopischen Trommelfellbefunde, die 226Hz- und 1000Hz-Tympanometrie von 71 Ohren (36 Patienten) im Alter von 10 Tagen bis 19 Jahren aus, wobei die Ohrmikroskopie als “Gold-Standard„ gewertet wurde.

Ergebnisse: Betrachtet man die Gehörgangsvolumina, bei denen die 226Hz- Tympanometrie in der Lage war, den ohrmikroskopischen Befund richtig zu detektieren, so lag dieses Volumen im Mittel bei 0,87 ml (SD: 0,22), während die Gehörgangsvolumina bei differenten Befunden im Mittel bei 0,73 ml (SD: 0,18 ml) lagen. Bei der 1000Hz- Tympanometrie fanden sich genau umgekehrte Verhältnisse. Die richtig erkannten Befunde waren zu kleineren Gehörgangsvolumina verschoben (Mittelwert: 0,61 ml, SD: 0,23 ml), während die nicht richtig erkannten Befunde deutlich höhere Gehörgangsvolumina aufwiesen, der Mittelwert lag hier bei 0,89 ml (SD: 0,17 ml).

Fazit: An Hand dieser Ergebnisse erscheint vielmehr das Gehörgangsvolumen der entscheidende Faktor zu sein, welche Sondentonfrequenz bei der Tympanometrie in der Lage ist die "wahre" Compliance zu erkennen. Dies bedeutet für die Praxis, dass z.B. bei Kindern mit Down Syndrom die 1000Hz- Tympanometrie deutlich länger angewendet werden sollte.