gms | German Medical Science

78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2007, München

Anaphylaktische Reaktion nach Sojagenuss bei einem Patienten mit Birkenpollenallergie: Ein Fallbericht

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author Antje Hardt - HNO-Uniklinik Dresden, Dresden
  • Bettina Hauswald - HNO-Uniklinik, Dresden
  • Thomas Zahnert - HNO-Uniklinik, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 78. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. München, 16.-20.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hnod009

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2007/07hnod009.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2007

© 2007 Hardt et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Birkenpollenassoziierte Nahrungsmittelallergien, bedingt durch das Strukturalignemet bestimmter Proteine z.B. von Nüssen sowie verschiedenen Steinobst- und Gemüsesorten und einem Majorallergen des Birkenpolleallergens (Bet v1) sind seit längerem bekannt. Serologisch ergeben sich dabei häufig hohe spezifische IgE-Titer sowohl für Bet v1 als auch für Gly m4, einem Bet v1-homologen Protein im Soja, welches hauptsächlich für das Auftreten allergischer Reaktionen verantwortlich gemacht wird.

Fallbericht: Wir präsentieren den Fall eines 65-jährigen Mannes, der sich aufgrund einer akut aufgetretenen Lidschwellung sowie Dyspnoe nach Genuss eines sojahaltigen Getränkes in unserer Klinik vorstellte. Im RAST fanden sich eindeutig erhöhte spezifische IgE-Werte für Birke, Hasel und Erle entsprechend der CAP-Klasse 4 (kU/l) bei einem Gesamt-IgE-Wert von 123 kU/l. Zusätzlich war ein erhöhtes spezifisches IgE für Glycin m4 (kU/l) entsprechend einer CAP-Klasse 2 nachweisbar. Im Haut-Prick-Test fanden sich positive Ergebnisse für Birke, Hasel und Erle. Positive Testergebnisse sowohl im Scratch-Test sowie im Prick-zu-Prick-Test zeigten sich insbesondere bei diesem sojahaltigen Getränk.

Schlussfolgerung: Der Verzehr sojahaltiger Produkte gewinnt zunehmend an Bedeutung, einerseits durch den oftmals postulierten gesundheitsfördernden Effekt von sojahaltigen Nahrungsmitteln, andererseits durch die wachsende Popularität der asiatischen Küche. Birkenpollenallergiker können durch den Verzehr sojahaltiger Produkte schwere systemische allergische Reaktionen erleiden. Präventivmassnahmen beinhalten neben dem Einleiten einer spezifischen Immuntherapie gegen Birkenpollen entsprechende Nahrungsmittelkarenz für Sojaprodukte.