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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Vestibuläres Decruitment bei zentraler Enthemmung ist altersabhängig

Meeting Abstract

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  • corresponding author Christian Köhler - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, Würzburg
  • A. Kreidler - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, Würzburg
  • D. Schneider - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod698

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod698.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Köhler et al.
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Gliederung

Text

Zentrale Nystagmusenthemmung (ZE) ist seit der Erstbeschreibung durch Fitzgerald und Hallpike noch nicht vollständig verstanden. Bei Patienten mit ZE im kalorischen Test würde man auch eine ZE im Rotationstest erwarten, der einen stärkeren Stimulus auf beide Vestibularorgane darstellt. Erstaunlicherweise weisen viele Patienten eine ZE im kalorischen Test, nicht jedoch im Rotationstest auf. Diese Differenz bezeichnet man als Decruitment. Daher haben wir 147 Patienten mit ZE im kalorischen Test untersucht, wobei die ZE bei mehr als 60 Nystagmen/30s nach kalorischer Spülung beider Vestibularorgane definiert wurde. Signifikant mehr Patienten wiesen eine ZE nach rechts als nach links auf (rechts: 64%, links: 36%; p=0,0005, Binomialtest). Eine ZE im Rotationstest wurde definiert bei mehr als 60 Nystagmen/30 Sekunden während einer Drehbeschleunigung von 3°/s². 78 Patienten zeigten eine ZE in beiden Tests, aber 69 Patienten weisen Decruitment auf. Im Einzelnen konnten wir zeigen, dass die relative Häufigkeit des Decruitment signifikant altersabhängig ist. In jungen Patienten (20-39 Jahre) findet man Decruitment in 33% der Fälle, wohingegen Patienten im mittleren Alter (40-59 Jahre) und ältere Patienten (über 60 Jahre) Decruitment in 46% beziehungsweise 63% aufweisen. (p=0.008 junge Patienten/ältere Patienten, Chi Quadrat Test). Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass Decruitment ein physiologischer Mechanismus in Patienten mit ZE ist. Unsere Daten lassen vermuten, dass dieser Mechanismus in älteren Patienten stärker ausgeprägt ist oder häufiger auftritt als bei jungen Patienten. Wie folgern weiter, dass ZE abhängig von der Stärke des Stimulus und den individuellen Kompensationsmöglichkeiten ist.