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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Glaskörpereinblutung bei von Willebrand-Jürgens-Syndrom als seltene Komplikation einer endonasalen Nasennebenhöhlen-OP – ein Fallbericht

Meeting Abstract

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  • corresponding author Wolfgang Oels - Marienhospital Gelsenkirchen, Gelsenkirchen
  • Philipp Dost - Marienhospital Gelsenkirchen, Gelsenkirchen
  • Heidelind Krüger - Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, Bochum
  • Hannelore Rott - Praxis, Duisburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod532

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod532.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Oels et al.
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Gliederung

Text

Orbitaeinblutungen sind seltene, aber typische Komplikationen der endonasalen NNH-Chirurgie. Präoperativ nicht erkannte Gerinnungsstörungen sind als Risikofaktor für orbitookuläre Komplikationen gefürchtet. Es wird der Fall einer passageren Amaurose durch eine Glaskörpereinblutung geschildert.

Bei dem 31-jährigen Patient erfolgte eine endonasale mikroskopische Pansinus-Op. Präoperativ lagen die PTT, die PTZ und die INR im Normbereich. Intraoperativ kam es bei vermehrter Blutungsneigung zu einer Orbitaeinblutung mit Protrusio bulbi links, welche sofort mittels medialer Orbitotomie und lateraler Kanthotomie entlastet wurde. Unmittelbar postoperativ gab der Patient einen vollständigen Visusverlust links an. Wir führten daraufhin eine sofortige Revisions-OP mit erweiterter medialer Orbitotomie und transfazialer Gefäßkoagulation durch. Noch am Abend des OP Tages wurde eine Glaskörpereinblutung links diagnostiziert. Der Patient konnte nur noch Lichtschein wahrnehmen. Es wurde eine Urbasontherapie mit 5,4 mg/kg KG/d i.v. begonnen. Eine hämostaseologische Untersuchung ergab zunächst nur eine verbrauchsbedingte Erniedrigung des Faktor XIII auf 53%, welche durch Gaben von Faktor XIII-Konzentrat normalisiert werden konnte. Es kam zu einer normalen Wundheilung, das präretinale Hämatom bildete sich langsam zurück, der Visus erholte sich bis auf 1,0. Zwei Monate später konnte dann ein von Willebrand-Jürgens-Syndrom Typ 1 gesichert werden, welches vorher durch eine Akut-Phase-Reaktion der Diagnostik entgangen war.

Eine Glaskörpereinblutung im Rahmen einer NNH-OP ist unserem Wissen nach bislang nicht berichtet worden. Wir vermuten, dass die blutungsbedingte Bulbusverlagerung ursächlich für die Ausbildung der Glaskörpereinblutung gewesen ist.