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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Pyoderma gangraenosum in der Kopf- und Halsregion

Meeting Abstract

  • corresponding author Andrea Schulz - HNO Universitätsklinik Köln, Köln
  • Claus Wittekindt - HNO Universitätsklinik Köln, Köln
  • Jens-Peter Klußmann - HNO Universitätsklinik Köln, Köln
  • Karl-Bernd Hüttenbrink - HNO Universitätsklinik Köln, Köln

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod133

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod133.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Schulz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei chronischen Wundheilungsstörungen ist es häufig schwierig, die korrekte Diagnose zu stellen. Das Pyoderma gangraenosum zeigt sich überwiegend an den unteren Extremitäten und ist nur extrem selten supraclaviculär zu finden. Die Diagnose wird in erster Linie klinisch gestellt. Es handelt sich um eine Dermatose, die zu den immunologischen nicht-infektiösen Hauterkrankungen zählt. Wichtigste Differentialdiagnose ist die nekrotisierende Fasziitis.

Fallbericht: Eine 72-jährige Patientin stellte sich in unserer Klinik mit Wundheilungsstörung und Speichelfistel nach Spaltung eines Abszess der Glandula parotis vor. In mehrfach durchgeführten Wundabstrichen gelang kein Erregernachweis. Nach erfolglosen Therapieversuchen mit Antibiotika wurde ein Therapieversuch mit Botulinum Toxin-A zum Verschluss der Speichelfistel durchgeführt. Bei persistierender Sekretion erfolgten 4 Wochen später ein Wunddebridement und eine Parotidektomie. Die Hautinzision eröffnete sich direkt postoperativ und die Patientin entwickelte erneut eine persistierende purulente Sekretion und unterminierende Nekrosen der Wundränder. Es wurde eine immunsuppressive Therapie mit Glukokortikoiden eingeleitet.

Ergebnisse: Die immunsuppressive Therapie führte zu einem Rückgang der Symptome und zum Verschluss der Wunde. Glukokortikoide wurden über 6 Monate ausschleichend verabreicht. In weiteren klinischen Kontrollen zeigte sich jeweils kein Rezidiv.

Schlussfolgerung: Bei postoperativer Wundheilungsstörung mit steriler Sekretion und fehlendem Ansprechen auf eine antibiotische Therapie, muss an das Vorliegen eines Pyoderma gangraenosum gedacht werden. Chirurgische Interventionen verschlimmern das Krankheitsbild und sind kontraindiziert. Therapie der Wahl sind Immunsuppressiva.