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77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

24.05. - 28.05.2006, Mannheim

Management des LPR

Meeting Abstract

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  • corresponding author Markus Hess - Poliklinik für Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde, Hamburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 77. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.. Mannheim, 24.-28.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06hnod092

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnod2006/06hnod092.shtml

Veröffentlicht: 24. April 2006

© 2006 Hess.
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Gliederung

Text

Mit der zunehmenden Sensibilität bei Ärzten und Patienten bezüglich einer möglichen Refluxerkrankung werden die Diagnosen GERD (gastroesophageal reflux disease) und LPR (laryngopharyngeal reflux) immer häufiger gestellt. Dabei wird oft nicht klar zwischen GERD und LPR unterschieden, obwohl sich diese beiden Krankheitsbilder in ganz wesentlichen Punkten unterscheiden.

Patienten mit GERD äußern beispielsweise als Hauptbeschwerden Sodbrennen, retrosternale Schmerzen und Völlegefühl. Bei Patienten mit LPR stehen hingegen Heiserkeit, Reizhusten, Räusperzwang, Globusgefühl, Verschleimung, postnasal drip und in manchen Fällen auch VCD (vocal cord dysfunction) bzw. Laryngospasmus im Vordergrund. Für den Kehlkopf können unter Umständen schon 1-2 Refluxepisoden pro Tag schädlich sein.

Bei LPR sind hauptsächlich und auch typischerweise vor allem Kontaktgranulome sowie interarytaenoidale Schleimhautverdickung mit Rötung und Schwellung der gesamtem Postcricoidregion zu sehen. Mit der routinemäßigen Ösophagogastroskopie und 24h-pH-Metrie im unteren Osöphagus kann ein LPR nicht ausgeschlossen werden. Um LPR nachzuweisen, sollte eine 24h-pH-Metrie mit zusätzlichem Meßpunkt im Hypopharynxbereich erfolgen. Allgemein empfohlen wird auch die ‚ex iuvantibus’ Therapie mit PPI (Protonenpumpen-Inhibitoren) als Diagnostikum.

Bei Verdacht auf eine Reflux-assoziierte Erkrankung sind zunächst allgemeine diätetische Maßnahmen zu empfehlen. Bei der Gabe von PPI müssen fast immer höhere Dosierungen (z.B. 40 mg Omeprazol, Esomeprazol oder Pantoprazol) über längere Zeiträume (mindestens 6-8 Wochen) gegeben werden. In den USA wird sogar eine Dauertherapie von mindestens 6 Monaten empfohlen.