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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

HL7-CDA V3 für die Datenübermittlung in der Onkologie – Ergebnisse einer Standardisierungsinitiative von Industrie und Anwendern

Meeting Abstract

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  • Udo Altmann - Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen
  • Frank Oemig - Agfa HealthCare / HL7 Deutschland, Bonn / Köln
  • Bernd Schütze - IHE Deutschland, Frankfurt

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds514

DOI: 10.3205/11gmds514, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds5140

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Altmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Im Bereich der Tumordokumentation existiert eine Vielzahl von Schnittstellenbeschreibungen für die Kommunikation von Daten zwischen klinischen und epidemiologischen Krebsregistern bzw. von klinischen Informationssystemen an klinische oder epidemiologische Krebsregister sowie gesetzliche oder freiwillige Qualitätssicherung, einschließlich strukturierter Behandlungsprogramme ("DMP").

Dabei unterscheiden sich nicht nur Inhalte und Datenformate, sondern auch Anforderungen an den Übermittlungsprozess, wie die Nutzung bestimmter Kommunikationsmodule bis hin zur Vorschrift, bestimmte Erfassungssysteme zu nutzen. Diese Vielfalt ist ökonomisch nicht vertretbar, da sowohl der Aufwand für die Schnittstellenprogrammierung steigt als auch eine mehrfache Erfassung von Daten erforderlich ist. Letzteres führt zu Akzeptanzproblemen bei den Nutzern und stellt zudem eine Fehlerquelle dar, die zu unterschiedlichen Daten eines Patienten bei den verschiedenen Institutionen führen kann.

Aus diesem Grund hat die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) 2009 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die das Ziel hat, den Datenaustausch in der Onkologie zu standardisieren. Darin sind sowohl Vertreter anfordernder Institutionen, wie ADT (AG Deutscher Tumorzentren), GEKID, AQUA, DKG und DOC-Holding, als auch Hersteller von Tumordokumentationssystemen und Mitglieder des VHitG (jetzt bvITg), IHE und HL7 vertreten. Das Ziel besteht in der Unterstützung eines Single Source Konzepts, in dem jeder nur die von ihm generierten Daten einbringt und an die unterschiedlichen Kommunikationspartner übermittelt.

Fragestellung und Methodik: Dieser Beitrag stellt den aktuellen Stand der Arbeitsergebnisse bezüglich der Standardisierung des Datenaustausches dar. Zum Aspekt des Übermittlungsprozesses und der künftigen Gestaltung der Kommunikationswege kann an dieser Stelle noch nichts gesagt werden, da dies Gegenstand politischer Diskussionen ist, die derzeit beispielsweise im Rahmen des Nationalen Krebsplans der Bundesregierung geführt werden.

Von methodischer Seite wurde entschieden, HL7 CDA einzusetzen, da dies dem Dokumentencharakter der Kommunikation am nächsten kommt und auf eine Reihe von Modellierungstechniken und vorbestehender Definitionen zurückgegriffen werden kann (Meta-Information für die Kommunikation im CDA Header, inhaltliche Spezifikationen wie dem Diagnose- (und Klassifikations)Leitfaden, OID-Konzept, etc.).

Ergebnisse: Diese Arbeitsgruppe hat zunächst ein Domänenmodell erarbeitet und ist jetzt dabei, im ersten Halbjahr 2011 eine erste implementationsfähige Spezifikation, die den Bereich der Inhalte des Krebsregisters Baden-Württemberg abdeckt, zu erstellen.

Diskussion: Der CDA-Standard ist komplex und erfordert intensives Spezialwissen. Es sollte daher intensiv an Hilfsmitteln (Beispielen und XML-Werkzeugen) gearbeitet werden, um die Implementation zu erleichtern. Dafür bietet er aber die Möglichkeit, wiederverwendbare Bausteine zu verwenden, die die Marktfähigkeit verbessern. Darüber hinaus können über die Internationalität des CDA-Ansatzes die Definitionen auch die internationale Entwicklung auf diesem Gebiet fördern.

Ausblick: Die Spezifikationen müssen im nächsten Schritt im praktischen Einsatz erprobt und inhaltlich in Richtung kompletter Abdeckung der Anforderungen der beteiligten Organisationen weiterentwickelt werden.


Literatur

1.
Dudeck J, Wagner G, Grundmann E, Hermanek P. Basisdokumentation für Tumorkranke. 5. überarbeitete Auflage, München: W. Zuckschwerdt Verlag; 1999.
2.
Einheitlicher Onkologischer Datensatz von ADT und GEKID. Available from: http://www.tumorzentren.de bzw. http://tumorzentren.de/tl_files/dokumente/adt_basis.pdf Externer Link
3.
http://www.gekid.de/ (Navigation "Dokumente") Externer Link
4.
Altmann U, Katz FR, Dudeck J. A reference model for clinical tumour documentation. Stud Health Technol Inform. 2006;124:139-44.