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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zur Ermittlung der Akzeptanz und den Anforderungen der Zielgruppe Senioren an AAL-Technologien und -Dienstleistungen

Meeting Abstract

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  • Luca Vulmahn - Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach
  • Berthold Stegemerten - Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach
  • Alexander Rachmann - Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds488

doi: 10.3205/11gmds488, urn:nbn:de:0183-11gmds4888

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Vulmahn et al.
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Gliederung

Text

Es wird eine Studie vorgestellt, in der per Fragebogen 800 Personen zur Nutzung von AAL-Technologien und -Dienstleistungen befragt wurden. Die Probanden sind Teilnehmer eines Bildungsangebots für die ältere Generation, im Interesse der sozialen Integration und der Erhaltung kognitiver Kompetenzen. Die Lehreinheiten des Bildungsangebots sind als Gasthörerprogramm in verschiedene Curricula auf Hochschulniveau eingebaut. Dementsprechend stehen die befragten Personen "voll im Leben": 68% leben mit einem Ehepartner zusammen in einem eigenständigem Haushalt, ohne auf Serviceleistungen zurückzugreifen bzw. zurückgreifen zu müssen.

Diese Grundgesamtheit wurde für die Studie ausgewählt, da sich daraus in den nächsten Jahren die maßgebliche Zielgruppe für AAL-Technologien und -Dienstleistungen für ältere Menschen zusammensetzen wird. 209 Personen schickten den ausgefüllten Fragebogen zurück, was einer zufriedenstellenden Quote von 26% entsprach.

In der Befragung ging man davon aus, dass AAL noch nicht auf dem Endkonsumentenmarkt angekommen ist. Warum dies so ist, ist auch in der AAL-Community derzeit stark umstritten (vgl. z.B. [1], [2]). In dieser Arbeit wurden zu dieser Fragestellung vier Punkte untersucht:

1.
Haben die potenziellen Nutzer Bedenken, von AAL-Technologien abhängig zu werden? (Sinkende Lebensqualität bei steigender Nutzung)
2.
Haben die potenziellen Nutzer Bedenken, ihre Daten von externen Stellen kontrollieren zu lassen? (Datenmissbrauch durch Übermittlung)
3.
Sind die jüngeren Senioren technikaffin? Wirkt sich eine generelle Technikaffinität auf die Akzeptanz von AAL aus?
4.
Sind die Befragten bereit, die Kosten für AAL zu übernehmen? (Grundfrage der Kostenträgerschaft)

Die Ergebnisse der Befragung zeigten, dass die Probanden kaum Misstrauen gegenüber AAL-Systemen äußern, weder in der Bedeutung für das eigene Leben, noch im Bezug auf mögliche Datenmissbräuche durch Dienstleister.

Die allgemeine Annahme, dass ältere Menschen nicht technikaffin sind, konnte nicht verifiziert werden. Es wurde allerdings bestätigt, dass wenn eine ältere Person insgesamt nicht technikaffin ist, diese auch AAL-Produkten gegenüber eher skeptisch eingestellt ist.

Ein tatsächliches Problem bei der Akzeptanz von AAL-Lösungen stellte jedoch die fehlende Bereitschaft der Probanden dar, für AAL-Technologien und -Dienstleistungen finanziell aufzukommen. Das Sozialsystem wurde hier überwiegend als präferierter Kostenträger benannt.


Literatur

1.
Lutze R. Assistenzsysteme für Zuhause - Wirtschaftlichkeit, Akzeptanzbarrieren und multivalenter Nutzen. In: AAL-Kongress 2011. Auf der Tagungsband-CD.
2.
Liesenfeld J, Loss K. Restriktionen für AAL und E-Health@Home: wie können Innovationen dennoch erfolgreich umgesetzt werden. In: AAL-Kongress 2011. Auf der Tagungsband-CD.