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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Erschließung von klinischen Routinedaten für die medizinische Forschung

Meeting Abstract

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  • Hauke Hund - Abteilung Innere Medizin III, Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg
  • Sven Gerth - Studiengang Medizinische Informatik, Hochschule Heilbronn / Universität Heidelberg, Heilbronn
  • Dirk Loßnitzer - Abteilung Innere Medizin III, Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg
  • Christian Fegeler - Studiengang Medizinische Informatik, Hochschule Heilbronn / Universität Heidelberg, Heilbronn

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds466

DOI: 10.3205/11gmds466, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds4663

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Hund et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Das Research Warehouse Projekt (RWH) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Abteilung für Kardiologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg und dem Studiengang Medizinische Informatik der Hochschule Heilbronn. Ziel des Projekts ist die Zusammenführung von klinischen Routine- und Forschungsdaten aus unterschiedlichen, spezialisierten Datenbankanwendungen der Kardiologie. Die Zusammenführung in einem Data-Warehouse erfolgt unter Berücksichtigung der geltenden Datenschutzbestimmungen. So sollen Abfragen über mehrere Datenbankanwendungen für die Beantwortung von Fragestellungen der klinischen Forschung, Grundlagenforschung und Versorgungsforschung ermöglicht werden.

Methodik: Grundsätzlich werden erfolgreiche sowie generische Konzepte als Ausgangsbasis genutzt, um auf etablierten Technologien und bestehenden Infrastrukturen aufzubauen. Für das Datenbankmodell wird das HOLAP-Konzept zugrunde gelegt. Für die ID-Verwaltung werden IHE-Profile [1] berücksichtigt und im Datenschutz auf das generische Datentreuhänder-Konzept der TMF [2] zur Pseudonymisierung aufgebaut. Zum Auffinden und Exportieren von Daten wird der RWH Report-Browser als Web-Anwendung, basierend auf Industriestandards wie Java EE, dem Spring Framework [3] und Google Web Toolkit [4], entwickelt.

Ergebnisse: Für das RWH wurde ein leicht konfigurierbarer ETL-Prozess (Extract-Transform-Load) entwickelt. Mithilfe dieses Prozesses werden Daten aus den Quellsystemen extrahiert, in ein gemeinsames Format transformiert und validiert, um dann in das Data-Warehouse geladen zu werden. Anfragen an das RWH sind über einen eigens entwickelten Report-Browser möglich. Diese Web-Oberfläche ermöglicht Klinikern ohne IT Background den leichten Zugriff auf die Daten des Warehouses. Über eine integrierte Exportfunktion können Daten in Statistikwerkzeugen wie SAS, SPSS oder Excel weiter verarbeitet werden.

Diskussion: Es konnte gezeigt werden, dass die Basisarchitektur des RWH zur Lösung der Integrationsproblematik geeignet ist und somit Routinedaten unterschiedlicher Quellsysteme strukturiert für die klinische Forschung zur Verfügung gestellt werden können. Erste Endanwendertests zeigen, dass sich der Aufwand für die Eigenentwicklung eines Report-Browsers lohnt, da es eine speziell auf die Bedürfnisse des einzelnen Benutzers angepasste Oberfläche ermöglicht, zudem flexible, komplexe Fragestellungen, aber auch immer wieder kehrende Routineabfragen (z.B. Quartalsberichte) einfach zu beantworten. Der konfigurierbare ETL-Prozess sowie das nicht feststehende Dimensionsmodell des Research Warehouse Projektes öffnen die Anwendung für die wissenschaftlichen Fragen der Zukunft.

Ausblick: Gegenüber klassischen Data-Warehouse Konzepten ist eine sehr flexible Konfigurierbarkeit sowohl im ETL-Prozess als auch beim Erstellen von Reports erforderlich, um eine praktikable Anwendung für Forschungsfragestellungen bereit zu stellen. Der RWH Report-Browser stellt eine gute Ausgangsbasis dar. Es wurde jedoch Optimierungspotenzial im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit und den Funktionsumfang zum Navigieren in großen Datenmengen identifiziert. Die Integration eines Re-Pseudonymisierungsprozesses macht den Report-Browser in Zukunft zu einer einheitlichen Zugriffsplattform. Durch Ausweitung des RWH Konzeptes in andere Abteilungen kann der integrative Ansatz weiter ausgebaut und eine bislang nicht vorhandene Datenbasis für Grundlagenforschung, klinische Forschung und Versorgungsforschung erschlossen werden.


Literatur

1.
Integrating the Healthcare Enterprise, IHE IT Infrastructure (ITI) Technical Framework, Revision 7.0, 2010. http://www.ihe.net/Technical_Framework/#IT [letzter Aufruf: 15.04.2011] Externer Link
2.
Pommerening K, et al. Das TMF-Datenschutzkonzept für medizinische Datensammlungen und Biobanken. 2005. Available from: http://www.staff.uni-mainz.de/pommeren/Artikel/05_pommerening_sax_mueller_speer_ganslandt_drepper.pdf [letzter Aufruf: 15.04.2011] Externer Link
3.
Spring Framework. http://www.springsource.org [letzter Aufruf: 15.04.2011] Externer Link
4.
Google Web Toolkit (GWT). http://code.google.com/webtoolkit [letzter Aufruf: 15.04.2011] Externer Link