gms | German Medical Science

MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Nutzen der Item Response Theory zur Vergleichbarkeit psychometrischer Instrumente

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Felix Fischer - Charite Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Inka Wahl - Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg
  • Herbert Fliege - Charite Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Burghard Klapp - Charite Universitätsmedizin Berlin, Berlin
  • Matthias Rose - Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds101

DOI: 10.3205/11gmds101, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds1012

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Fischer et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Es gibt eine Vielzahl psychometrischer Instrumente zur Erfassung depressiver Symptomatik, die im Rahmen der klassischen Testtheorie nur schwer vergleichbar sind. Die Item-Response-Theory bietet mit einem latent-trait-Konzept die Möglichkeit, verschiedene Instrumente auf einer gemeinsamen Skala zu verankern. So können innerhalb einer Studie verschiedene Instrumente zur Messung der Depressivität genutzt werden. Ein solches Vorgehen wurde im Vergleich mit der üblichen Verwendung nur eines Instruments innerhalb einer Studie evaluiert.

Methode: Behandlungsdaten (ICD-10-Symptomrating ISR und Patient Health Questionnaire PHQ) von 1066 Patienten aus zwei psychosomatischen Kliniken wurden analysiert. Um die individuellen Testwerte auf einer gemeinsamen Skala abzubilden, wurde zum einen eine Umrechnungstabelle für Summenscores genutzt, zum anderen Schätzungen der latenten Ausprägung der Depressivität berechnet. Die Ergebnisse der anschließende statistischen Analyse wurde mit den Ergebnissen des üblichen Vorgehens - Einsatz nur eines Instrumentes in beiden Kliniken (PHQ) - verglichen.

Ergebnisse: Die Verwendung von zwei verschiedenen Instrumenten innerhalb einer Studie beeinflusste die Ergebnisse der statistischen Analyse und führte zu signifikant veränderten Mittelwerten und Effektstärken. Die deutlich kürzere ISR Depressionsskala (4 Items) bildete im Vergleich mit der PHQ-9 Depressionsskala (9 Items) eine geringere Veränderung der Depressivität im Behandlungsverlauf ab. Dies kann auf unterschiedliche Schwerpunkte, Operationalisierungen und Meßeigenschaften der Instrumente zurückgeführt werden. Die Interpretation der Ergebnisse blieb aber unverändert.

Diskussion: Methoden der Item-Response-Theory können die Vergleichbarkeit von psychometrischen Daten aus verschiedenen Instrumenten bezüglich klinischer Fragestellungen erhöhen. Im Angesicht der unüberschaubaren Menge an psychometrischen Instrumenten kann damit eine Standardisierung der psychometrischen Diagnostik erreicht werden. Die Möglichkeit einer validen Überführung der Testwerte zwischen den Instrumenten muss dabei im vorhinein geprüft werden.