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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Visualisierung von Bio-Sensor Daten in einem klinischen Informationssystem zur Entscheidungsunterstützung des Arztes

Meeting Abstract

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  • Murat Gök - Abteilung Medizinische Informatik, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen
  • Otto Rienhoff - Abteilung Medizinische Informatik, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds328

DOI: 10.3205/09gmds328, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds3289

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Gök et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Durch den Einsatz der Methoden und Technologien des Ambient Assisted Living (AAL) werden interessante Möglichkeiten geschaffen, die Behandlungswege älterer [1], rekonvaleszierter und behinderter Bürger zu verbessern. Allerdings ist bisher die Integration dieser Informationen in den Behandlungsprozess des Arztes vernachlässigt worden. Um Entscheidungen für die Behandlung besser einschätzen zu können, wurde untersucht, wie sich diese vielschichtigen und komplexen Daten in einem klinischen Arbeitsplatz darstellen lassen.

Methoden: Vor diesem Hintergrund ist das Point-of-Care-Portal-LINDA-1 (Longitudinal Interactive Networked Data Access) seit 2007 mit erheblichem Aufwand als Forschungsplattform programmiert worden. Es integriert Daten,welche in AAL Umgebungen produziert werden (die Architektur wurde bereits auf dem 2. AAL Kongress 2009 in Berlin vorgestellt).

Ergebnisse: In LINDA-1 werden die Daten in ein am Markt weit verbreitetes klinisches Informationssystem (ixserv) visuell integriert. Bei der visuellen Integration wird davon ausgegangen, dass durch die gewohnte Umgebung der Applikation eine Einarbeitung in die AAL-Daten erleichtert wird. LINDA-1 klassifiziert die Daten in: Sensoren am und im Körper, Sensoren/Unterhaltungs-/Unterstützungsapparaturen in der Wohnumgebung sowie Sensoren in dem mobilen Umfeld des Bürgers. Dadurch können Daten, die in der Umwelt des Patienten auftreten für eine weitere Behandlung einbezogen werden. Die Visualisierung erfolgt über eine Abbildung des menschlichen Körpers, der als 3D Objekt aufgezeigt wird. In dieses Objekt können die Sensoren virtuell integriert werden. Des Weiteren ist die Änderung von Werten im zeitlichen Verlauf für die Entscheidungsfindung in vielen Fällen von entscheidender Aussagekraft.

Diskussion: Die Evaluation von LINDA-1 zeigt, das beim Darstellen von zusätzlichen Informationen zum gewohnten klinischen Datenspektrum für den Arzt ein einheitliches Visualisierungsparadigma essentiell wird.

Eine Reduzierung der Komplexität der Daten sollte durch eine geeignete Visualisierung erreicht werden. Diese Verringerung der Komplexität darf keinen Verlust an Daten bedeuten und alle Schritte,die zu dieser Reduzierung geführt haben, müssen nachvollziehbar sein, um eine Akzeptanz des Systems zu erzielen.

LINDA-1 wird mit Institutionen anderer Fakultäten auf sozialwissenschaftliche, rechtliche und ethische Verträglichkeit evaluiert.


Literatur

1.
Meyer S. AAL-Technologien – eine Antwort auf den demographischen Wandel?. inno. 2008;41:1-2. http://www.ivam.de/files/mitteilungsdateien/1321_inno41_for_web.pdf, 2008 Externer Link