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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Die telemedizinische Wundkonferenz Witten als Beispiel einer interdisziplinären ärztlichen Zusammenarbeit

Meeting Abstract

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  • Klaus Grunau - Fraunhofer Institut Software- und Systemtechnik ISST, Dortmund
  • Sven Meister - Fraunhofer Institut Software- und Systemtechnik ISST, Dortmund
  • Thomas Königsmann - Fraunhofer Institut Software- und Systemtechnik ISST, Dortmund
  • Oliver Koch - Fraunhofer Institut Software- und Systemtechnik ISST, Dortmund

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds185

DOI: 10.3205/09gmds185, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds1855

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Grunau et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Evangelische Krankenhaus Witten und die Ärztliche Qualitätsgemeinschaft Witten betreiben seit Mai 2007 eine gemeinsame telemedizinische Wundkonferenz [1]. Das Forschungsprojekt wird durch die Universitätsklinik Bochum und das Dortmunder Fraunhofer Institut ISST begleitet. Eine neu entwickelte Software ermöglicht seit Dezember 2008 eine stark vereinfachte Handhabung. Hierdurch konnte die Anzahl der Anwender und der Behandlungsfälle erheblich gesteigert werden.

Methode und Technik: Zur Realisierung der Wittener Wundkonferenz mussten organisatorische und technische Herausforderungen bewältigt werden.

Die erforderlichen Arbeitsabläufe wurden nach einer Ist-Analyse von Behandlungspfaden gemeinsam mit den beteiligten Ärzten erarbeitet [2]. Zur Unterstützung dieser Prozesse wurde die Software parametriert. Der enge Bezug zum Use-Case ermöglicht ein einfach zu bedienendes Werkzeug. Dieses trägt maßgeblich zur Akzeptanzsteigerung bei.

Wundfotos und ein strukturierter Wundbefund werden der elektronischen Krankenakte des Patienten hinzugefügt. Befunde die eine Zweitmeinung erfordern, werden, bei Einwilligung durch den Patienten, über ein gesichertes Web-Interface der regelmäßig stattfindenden Wundkonferenz vorgestellt. Die Wundkonferenz ist eine Kompetenzrunde aus niedergelassenen Fachärzten unterschiedlicher Disziplinen und Ärzten des Evangelischen Krankenhauses Witten.

Ergebnisse: Die technische Unterstützung der interdisziplinären Zusammenarbeit ermöglicht bei einer signifikanten Qualitätssteigerung Kostensenkungen. Die gesammelten Datensätze befähigen zudem zur objektiven Bewertung unterschiedlicher Behandlungsmethoden. Dies führt regional zu einer Qualitätsverbesserung bei der Wundbehandlung.

Ausblick: Die eingesetzte Technologie ermöglicht weitere telemedizinische Dienste; eine Systemerweiterung wird angestrebt. Die Integrierte Versorgung unterstützt telemedizinische Lösungen für Kooperationen im Gesundheitswesen.


Literatur

1.
Biskup K, Grunau K, Clasbrummel B. Praxisbericht über die interdisziplinäre ärztliche Zusammenarbeit im Rahmen einer telemedizinisch durchgeführten Wundkonferenz. In: Schug S, Engelmann U, editors. Telemed 2008 Proceedings. Berlin: Aka; 2008.
2.
Koch, O. Transparenz in medizinischen, organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Prozessen. In: Forum 3 – Das Transparente Krankenhaus auf dem Kongress Hospital Engineering, 27.08.2008 in Dortmund. 2008.