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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Semi-strukturierte Interviews in der Medizinischen Informatik: Indikation, Design und Durchführung – Tutorium

Meeting Abstract

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  • Christa Weßel - Johannes Gutenberg Universität Mainz, Mainz

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds097

DOI: 10.3205/09gmds097, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds0975

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Weßel.
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Gliederung

Text

Einleitung: Zu den Aufgaben in IT-Projekten gehören das Kennenlernen der Anwenderbedürfnisse, die Diskussion von Analyse, Design und Implementierungsergebnissen mit dem Auftraggeber, sowie die Durchführung formativer und summativer Evaluationen. Die dabei eingesetzten Methoden des Software-Engineerings und der statistischen Analyse werden ideal ergänzt durch qualitative Forschungsmethoden, die aus den Sozialwissenschaften stammen [1], [2]. Eines der wichtigsten Werkzeuge ist – neben der Beobachtung – das Interview. Hierbei stellt das semi-strukturierte Interview eine auch für Nicht-Sozialwissenschaftler gut erlernbare und handhabbare Methode dar, die eine nachvollziehbare, klar strukturierte und ziel-orientierte Gewinnung von Informationen, insbesondere von neuen Erkenntnissen zu einer Problemstellung zulässt [3], [4].

Zielgruppe: Das Tutorium wendet sich an Informatiker und andere Nicht-Sozialwissenschaftler, die sich mit der Analyse, dem Design und der Evaluation von IT im Gesundheitswesen auseinandersetzen, und ihre Fähigkeiten zur Exploration ausbauen möchten [5]. Strukturierte Gespräche mit Auftraggebern, Kollegen und Anwendern sollen zur Gewinnung und systematischen Erschließung von Material führen, das in die eigene Arbeit unmittelbar einfließen kann.

Inhalte und Lernziele:

  • Charakteristika qualitativer Forschungsmethoden,
  • Abgrenzung zu und Kombination mit quantitativen Methoden (Triangulation),
  • Einsatzgebiete qualitativer Methoden in IT-Projekten im Gesundheitswesen, insbesondere des semi-strukturierten Interviews (warum, wozu, für wen, wer, wen, wann, wo, wie lange),
  • Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung,
  • Erstellung eines Interviewleitfadens,
  • Vorverständnis und kontinuierliche Reflektion,
  • Dokumentation,
  • Grundzüge der (computergestützten) Auswertung (siehe auch [1], [2], [3])

Umsetzung: Das Tutorium setzt sich zusammen aus Gruppendiskussionen, Mindmap gestützter gemeinsamer Erarbeitung von Grundlagen, Impulsvorträgen und Partnerarbeit. Die (Selbst)Einschätzung des Lernerfolges erfolgt mittels einer Checkliste und in der abschließenden Reflektion.

Ergebnis: Die Teilnehmer stellen einen im Tutorium erstellten Interviewleitfadens vor und führen im Rollenspiel Intervieweinleitungen durch. Dies und die Erkenntnisse aus dem Tutorium bilden die Grundlage für die abschließende Reflektion.


Literatur

1.
Friedman C, Wyatt J. Evaluation Methods in Medical Informatics. New York: Springer; 2006.
2.
Bortz J, Döring N. Forschungsmethoden und Evaluation für Human-und Sozialwissenschaftler. Berlin: Springer; 2006.
3.
Weßel C, Weymann F, Spreckelsen C. Streamlining Qualitative Research Methods for Medical Informatics – A Methodological Approach; Paper and Poster. Maastricht NL: MIE; 2006.
4.
Spreckelsen C, Karakas G, Laue M, Brüffer M, Spitzer K, Weßel C. Explorationsphase und Anforderungsanalyse für das rechnergestützte klinische Informations- und Wissensmanagement. In: Klar R, Köpcke W, Kuhn K, Lax H, Weiland S, Zaiß A, editors. 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS). Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05gmds225. Available from: http://www.egms.de//en/meetings/gmds2005/05gmds478.shtml Externer Link
5.
Ammenwerth E, Brender J, Nykänen P, Prokosch HU, Rigby M, Talmon J. Visions and strategies to improve evaluation of health information system – reflections and lessons based an the HIS-EVAL workshop in Innsbruck. Int J Med Inf. 2004;73(6):479-91.