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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Nicht-ärztliche Heilpersonen in der Betreuung und Behandlung chronisch Kranker

Meeting Abstract

  • Katja Großmann - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale
  • Steffen Fleischer - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale
  • Alexander Bauer - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale
  • Almuth Berg - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale
  • Gero Langer - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale
  • Katharina Sadowski - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale
  • Johann Behrens - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds091

DOI: 10.3205/09gmds091, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds0911

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Großmann et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die vermehrte Integration nicht-ärztlicher Heilpersonen in das therapeutische Team und die Übernahme neuer Aufgabenfelder durch nicht-ärztliche Heilpersonen stellt eine bisher wenig genutzte Ressource dar. In einer literaturgestützten Expertise wird der Frage nachgegangen, in welcher Art und Weise nicht-ärztliches Personal in die Behandlung, Versorgung und Betreuung chronisch Kranker in Deutschland eingebunden werden kann, auf welche konkreten Aufgabenbereiche sich ihre Tätigkeit bezieht und welche Wirkungen damit erzielt werden können.

Methode: Die Arbeit beschränkt sich auf die DMP-Diagnosen Asthma, COPD, koronare Herzkrankheit sowie Diabetes mellitus Typ I und II, für die Interventionsmöglichkeiten für nicht-ärztliche Heilberufe wie Medizinische Fachangestellte, Physiotherapeuten, Pflegekräfte, Diätassistenten, Altenpfleger und Ergotherapeuten anhand nationaler und internationaler Studienergebnisse geprüft wurden. Dazu wurden verschiedene thematisch relevante Datenbanken systematisch durchsucht; Ein- und Ausschlusskriterien wurden im Vorfeld festgelegt. Einschränkungen der Literaturrecherche erfolgten hinsichtlich der Publikationssprache (englisch, deutsch) und des Studiendesigns (RCTs, Reviews, Systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen, CCTs, qualitative Studien). Die kritische Beurteilung der eingeschlossenen Studien wurde mittels anerkannter Methoden zur Evidencebewertung der verschiedenen Studiendesigns vorgenommen. Anschließend wurden die Ergebnisse der einzelnen Studien den Interventionsmöglichkeiten für nicht-ärztliche Heilberufe zugeordnet und narrativ zusammengefasst.

Ergebnisse: Insgesamt konnten über 300 Studien und Übersichtsarbeiten identifiziert werden, die den Ein- und Ausschlusskriterien des Protokolls entsprachen. Besonders häufig wurden Interventionen wie Schulungen und Beratungen von chronisch Kranken und deren Angehörigen, Case Management, Unterstützung der ärztlichen Versorgung im ambulanten Bereich, Unterstützung der Patienten im Selbstmanagement und krankheitsspezifische Trainings- und Präventionsprogramme evaluiert. Keine der nationalen oder internationalen Studien zeigte Ergebnisse, die gegen die Interventionen der nicht-ärztlichen Heilpersonen ausfielen.

Fazit: Nicht-ärztliche Heilpersonen könnten auch in Deutschland, bezieht man die eindeutige Literaturlage auch auf unser Land, alleinverantwortlich oder unterstützend zur ärztlichen Versorgung einige in dieser Analyse benannte Aufgaben der Versorgung chronisch Kranker übernehmen. Eine unerlässliche Voraussetzung für die effektive Übernahme bildet dabei die gute Kooperation aller ärztlichen und nicht-ärztlichen Mitglieder des therapeutischen Teams.