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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

HealthMapping, Visualisierung raumbezogener Gesundheitsdaten

Meeting Abstract

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  • Ulrich Rottbeck - Universitätsklinikum Münster, Münster

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds088

DOI: 10.3205/09gmds088, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds0883

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Rottbeck.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Landkarten dienen zur Veranschaulichung komplexer Zusammenhänge an der Erdoberfläche. Im Zuge der Digitalisierung von Geoinformationen und der rechnergestützten Erfassung, Speicherung, Verarbeitung und multimedialen Ausgabe von Geodaten sind neue Anwendungsformen der Kartographie entstanden. Moderne Geoinformationssysteme (GIS) gehen weit über die traditionelle Darstellung räumlicher Gegebenheiten hinaus und ermöglichen die Nutzung der digitalen Karte als mächtiges Werkzeug zur explorativen Datenanalyse, Modellbildung und Visualisierung. Diese Arbeit beschreibt die Untersuchung, Entwicklung und Nutzung innovativer digital-kartographischer Visualisierungsmethoden für die medizinische Versorgung von Patienten im Gesundheitswesen.

Material und Methoden: Es werden Methoden der digitalen Kartographie, GIS-Analysen, Navigation, GPS-Tracking, Datenverarbeitung der Wetter- und Verkehrslage sowie medizinisches Fachwissen mit klassischen Methoden der Informationstechnik kombiniert und am Beispiel der medizinischen und logistischen Patientenversorgung im Rahmen eines Szenarios aus dem Rettungswesen umgesetzt und untersucht.

Ergebnisse: In dieser Arbeit wird eine geeignete Systematik zur Kartierung raumbezogener medizinischer Daten für das Gesundheitswesen erarbeitet und auf Grundlage eines neu entwickelten informationstechnischen Regelsystems intelligent visualisiert. So ist eine Heuristik für ein interdisziplinäres, universell verwendbares HealthMapping-Design entstanden. Dieses Design beinhaltet einen umfassenden Objektkatalog für das Gesundheitswesen. Die Interaktion der Objekte wird in einem Regelsystem abgebildet und abstrahiert. So können verschiedene Zustände und Verhaltensweisen der Objekte in komplexen Prozessen übersichtlich und schnell erfassbar auf digitalen Karten dargestellt werden.

Bezüglich des in der Arbeit genauer betrachteten Szenarios wird deutlich, dass eine geeignete Visualisierung unter besonderer Berücksichtigung der Komplexität von Großschadenssituationen mit Massenanfall von Verletzten zur Unterstützung der Rettungskräfte vor Ort dient und die derzeit im Einsatz befindliche Leitstellentechnik optimiert.

Schlussfolgerung: Die vorliegende Arbeit birgt hinsichtlich der Unterstützung und Verbesserung der Patientenversorgung für den Einsatz im Gesundheitswesen ein großes Potenzial. Die hier entwickelte digital-kartographische Visualisierung von medizinischen Daten mit Raumbezug ist in vielen Bereichen des Gesundheitswesens einsetzbar. Neben der Verwendung im Rettungswesen ist die Darstellung regionaler und überregionaler Versorgungssituationen ebenso denkbar wie Anwendungen in der Entwicklungshilfe oder bei internationalen Katastrophenfällen.